Erste Rede : US-Botschafter erbittet Geduld mit Obama

In seiner ersten politischen Grundsatzrede hat der neue US-Botschafter Murphy in Berlin um Verständnis geworben, dass viele Wahlversprechen Barack Obamas noch nicht umgesetzt seien. Zudem richtete er deutliche Worte an Iran.

Ulrike Scheffer

Berlin - Die US-Regierung stuft den Klimagipfel in Kopenhagen als entscheidenden Test für einen Neuanfang in den internationalen Beziehungen ein: „Wir brauchen bald Ergebnisse, Kopenhagen ist der Prüfstein“, sagte der neue US-Botschafter in Berlin, Philip D. Murphy, am Montag in Berlin. Barack Obama sei als erster US-Präsident bereit, konkrete Klimaziele für sein Land zu vereinbaren – damit hätten sich die USA in der Amtszeit Obamas mehr bewegt als je zuvor in der Geschichte. Ähnliches gelte auch für andere Politikfelder wie etwa die Gesundheitsreform in den USA oder die Atom-Verhandlungen mit dem Iran.

In seiner ersten politischen Grundsatzrede warb Murphy gleichzeitig um Verständnis dafür, dass viele Wahlversprechen Obamas noch nicht umgesetzt seien. „Politische Ergebnisse können nicht in wenigen Monaten erreicht werden, dafür braucht man Jahre“, erklärte Murphy in der American Academy. Obama habe bereits einen neuen Ton in die Diplomatie gebracht und damit Vertrauen zurück gewonnen. Die Welt stehe komplexen Bedrohungen gegenüber – die Basis für deren Lösung sei das bewährte transatlantische Bündnis.

Deutliche Worte richtete Murphy an den Iran: Die Ankündigung Teherans, zehn neue Anlagen zu Urananreicherung bauen zu wollen, erfordere eine deutliche internationale Reaktion. Als einzige Supermacht sähen sich die USA bei den Atomverhandlungen in einer Führungsrolle, so der Botschafter: „Noch liegen alle Optionen auf dem Tisch, doch die Zeit für den Iran läuft ab.“ 

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