Politik : Erste Soldaten aus dem Kongo zurück in der Heimat

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Köln/Berlin - Nach viermonatigem Einsatz im Kongo sind die ersten Bundeswehrsoldaten wieder zu Hause. In der Nacht zum Sonntag landeten rund 100 Mann auf dem Köln-Bonner Flughafen. Bis kurz vor Weihnachten sollen alle 780 Soldaten wieder in Deutschland sein. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) will am Dienstag auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln-Bonn heimkehrende Soldaten begrüßen und einige von ihnen für besondere Verdienste auszeichnen.

Unterdessen beklagte der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe, die deutschen Soldaten hätten bei diesem Kongoeinsatz der Europäischen Union (EU) auch mit Schimmel und Fäkalien in den Zelten zu kämpfen gehabt. Außerdem sei die Munition erst Wochen nach Beginn der Mission angekommen, beklagte Robbe nach einem „Focus“-Bericht in einem Brief an den Verteidigungsausschuss des Bundestages. Die von einer spanischen Firma aufgebauten Zelte seien undicht gewesen. Bei starkem Regen seien Fäkalien in die Zelte geschwommen. Der EU fehlen laut Robbe für solche Missionen verbindliche Standards wie bei Nato-Einsätzen. Das Verteidigungsministerium äußerte sich dazu auf Anfrage nicht.

Der Kongoeinsatz war am vergangenen Donnerstag offiziell beendet worden. Die Bundeswehr hatte sich seit Juli an dieser ersten EU-Mission in Afrika beteiligt. Die Mission war zur Absicherung der ersten freien Parlaments- und Präsidentenwahlen im Kongo seit mehr als 40 Jahren von vornherein auf einen Zeitraum von vier Monaten angelegt gewesen. In der Hauptstadt Kinshasa, die als Hochburg des bei der Präsidentenwahl unterlegenen Jean-Pierre Bemba gilt, ist die Lage jedoch vor der Vereidigung des Wahlsiegers Joseph Kabila am 10. Dezember weiterhin gespannt.

„Wir haben Wort gehalten: Unsere Soldaten werden Weihnachten wieder zu Hause bei ihren Familien sein“, sagte Verteidigungsminister Jung der „Welt am Sonntag“. Mit Blick auf den blutigen Konflikt zwischen rebellierenden Stämmen und der Zentralregierung im Sudan sagte er: „Afrika ist der Nachbarkontinent Europas. Wir haben eine humanitäre Verpflichtung, wenn es zu Massenmorden und Massenvergewaltigungen kommt.“ Deutschland schöpft die Obergrenzen der Bundestagsmandate für die Beteiligung an einer UN-Mission und die Unterstützung für einen Einsatz der Afrikanischen Union im Sudan derzeit nicht aus. Momentan sind 40 deutsche Soldaten im Sudan, 275 Soldaten wären möglich. dpa

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