Politik : Erstmals eine Frau an der Spitze der Bundestags-CSU

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Berlin - Gerda Hasselfeldt ist neue Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag. Die 60-Jährige ist die erste Frau in diesem Amt. Sie erhielt bei ihrer Wahl am Montagabend 37 Ja-Stimmen von den 43 anwesenden Abgeordneten. Drei Parlamentarier votierten mit Nein, drei Stimmen waren ungültig. Die Niederbayerin folgt auf Hans-Peter Friedrich, der im Zuge der Kabinettsumbildung nach dem Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) Bundesinnenminister wurde.   Hasselfeldt sagte, sie wolle den eher moderaten und sachlichen Kurs Friedrichs fortsetzen. Die Eigenständigkeit der CSU-Landesgruppe auch gegenüber der Parteilinie aus Bayern werde sie großschreiben.

Seehofer, der Hasselfeldt vorgeschlagen hatte, würdigte sie als „sehr erfahrene Politikerin mit hoher Integrationskraft“. Hasselfeldt ist seit 1987 Bundestagsabgeordnete und gilt unter den CSU-Abgeordneten als beliebt. Die Diplomvolkswirtin war von 1989 bis 1991 Bauministerin im Kabinett Kohl, von 1991 bis 1992 Gesundheitsministerin. Nach der Bundestagswahl 2002 amtierte die verheiratete Mutter zweier erwachsener Kinder als stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Seit 2005 ist sie Vizepräsidentin des Bundestages.

Zuvor hatten Verteidigungs-Staatssekretär Christian Schmidt (53) und der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller (35), als Favoriten für den Landesgruppenvorsitz gegolten. Auch CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt und Agrar-Staatssekretär Gerd Müller wurden als Kandidaten genannt. Gegen sie alle gab es aber interne Vorbehalte. dpa

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