Politik : Erstmals Terroralarm in Russland

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Moskau - Die russischen Behörden haben erstmals offiziell Terroralarm ausgelöst und landesweit die Sicherheitsvorkehrungen für mögliche Anschlagsziele verstärkt. In der Hauptstadt Moskau wurden am Mittwoch die U-Bahn, Bahnhöfe und die Flughäfen von zusätzlichen Polizeipatrouillen gesichert. Der russische Geheimdienst war nach eigenen Angaben von „ausländischen Kollegen“ vor einem geplanten Anschlag auf öffentliche Verkehrsmittel gewarnt worden. Die Behörden gaben keine näheren Informationen über die Bedrohung.

Der Inlandsgeheimdienst FSB ließ in der Moskauer U-Bahn den Empfang für Mobiltelefone abschalten, um die Kommunikation potenzieller Attentäter zu unterbinden. „Wir bitten alle Bürger um erhöhte Wachsamkeit“, sagte der FSB-Chef Nikolai Patruschew. Auch die Bewachung von Kraftwerken wurde verstärkt, wie der Stromkonzern RAO EES mitteilte.

Russland war in den vergangenen Jahren von zahlreichen blutigen Anschlägen tschetschenischer Terroristen getroffen worden. Im Februar 2004 starben mehr als 40 Menschen bei einer Bombenexplosion in der Moskauer U-Bahn. Beim Geiseldrama von Beslan im Nordkaukasus im September 2004 starben mehr als 330 Menschen. Im Juli 2006 kam der wichtigste Drahtzieher des tschetschenischen Terrors, Schamil Bassajew, bei einer Bombenexplosion ums Leben. In früheren Jahren hatte die russische Führung die Sicherheitsmaßnahmen immer erst nach Anschlägen erhöht. Warnungen, über die der FSB möglicherweise verfügte, wurden nicht öffentlich gemacht. dpa

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