Erziehung : Studie: Nicht genug Personal in den Kitas

Mehrere Verbände warnen in einer gemeinsamen Studie vor einem Erziehungsnotstand und fordern Bund, Länder und Kommunen auf, sich gemeinsam für eine bessere Qualität der Kitas einzusetzen.

Simone Sohl

Berlin - Dass die deutschen Kitas unter Personalmangel leiden, ist bekannt. Da die gesetzlichen Vorgaben von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind, gab es bisher kaum vergleichende Aussagen über die bundesweite Qualität der Kita-Arbeit. Eine gemeinsame Studie im Auftrag des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unternimmt den Versuch. Die Ergebnisse sind nach Einschätzung der Auftraggeber besorgniserregend. Bei der Vorstellung der Studie am Donnerstag in Berlin warnten die Verbände vor einem Erziehungsnotstand und forderten Bund, Länder und Kommunen auf, sich gemeinsam für eine bessere Qualität der Kitas einzusetzen.

Cord Wellhausen vom Paritätischen Wohlfahrtsverband sagte, schon heute stünden in vielen Kitas weniger Erzieherinnen für die Kinder zur Verfügung. als es die gesetzlichen Personalschlüssel in den Bundesländern vorsähen. Zwar ließen sich die Vorgaben nur schwer miteinander vergleichen. Zumal die in den Kita-Gesetzen festgelegten Personalschlüssel „nur ansatzweise auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und internationalen Expertenempfehlungen beruhen“, wie es in der Studie heißt. Doch verfolgten die Länder größtenteils dieselben Ziele. Daher müssten die Personalschlüssel nun bundesweit transparenter werden. Außerdem solle festgehalten werden, wie viel Vor- und Nachbereitungszeit die Erzieherinnen benötigen, forderte Norbert Hocke von der GEW.

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, seien Neuerungen in der Erzieherausbildung vonnöten, meinte Hocke. Die Länder haben zwar Bildungsprogramme für die Kitas entworfen. Doch in die Lehrpläne der Fachschulen für Erzieherinnen sind diese bisher nicht aufgenommen worden. Zum anderen müssten auch mehr Angebote für Abiturienten entstehen, die sich für den Erzieherberuf interessieren. „Bisher gibt es nur in drei Städten die Möglichkeit, Kleinkindpädagogik zu studieren“, kritisierte Hocke. Drittens müsste auch Menschen aus anderen Berufen die Möglichkeit zur Umschulung gegeben werden. Um den Beruf des Kita-Erziehers attraktiver zu machen, sei außerdem eine bessere Bezahlung unabdingbar, sagte Hocke. 

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