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Politik : „Es gibt einen Kampf innerhalb der muslimischen Kultur“

Prinz Hassan von Jordanien über die arabische Mittelklasse, schweigende Mehrheiten – und korrupte Eliten in Nahost

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Eben hat USPräsident Bush seine Vision für Nahost skizziert. Kann Demokratie die Defizite der Region – Extremismus, kulturelle und wirtschaftliche Stagnation – beheben?

Es geht darum, die Mehrheit der zurechnungsfähigen Menschen in arabischen Ländern zu mobilisieren. Ich denke, wir brauchen im Nahen Osten einen Verhaltenskodex wie etwa den Stabilitätspakt auf dem Balkan, um Demokratie von unten aufzubauen. Wenn Bush den Sumpf des Terrors austrocknen will, kann er das nicht nur mit Bomben tun. Es muss auch eine Beteiligung der Leute geben. Ein Problem ist, dass die vielen arabischen und muslimischen Emigranten in Amerika und Europa unsere Mittelklasse repräsentieren. Viele von denen würden gerne zurückkehren, wenn sie das Gefühl hätten, dass sie in eine Gesellschaft kommen, die auf individuelle Leistung gegründet ist.

Der Trend geht in die andere Richtung. In Syrien herrscht eine Erbdiktatur, in Ägypten bereitet Mubarak seinen Sohn als Nachfolger vor.

Die Führungseliten sind isoliert, vom Volk abgehoben. Wir haben drei Generationen politischer Führer erlebt: die Monarchien, ein Ergebnis des Ersten Weltkrieges, die Neonationalisten, von Nasser bis Gaddafi, und heute die Erbrepubliken. Ich fürchte, dass der Westen aus Sicherheitsgründen in der nächsten Phase mit neonationalistischen Muslimorganisationen zusammenarbeiten wird und so die Chance auf eine pluralistische Gesellschaft vergibt. Es müssen aber dieselben humanitären Normen für jeden gelten. Erbmonarchien, Erbrepubliken, das Patronagesystem: All das muss sich ändern. Sonst werden wir zu Kolonisatoren im eigenen Land.

Könnte ein stabilisierter Irak zu einem Modell für die Region werden?

Sicher. Es gibt im Irak ein Potenzial für eine pluralistische Gesellschaft. Das Land könnte zu einem Ausgangspunkt werden für eine arabische und nahöstliche Demokratiebewegung. Es könnte aber auch schlecht enden. Wenn die Amerikaner ihre Sachen zusammenpacken und einfach gehen, würde es einen Bürgerkrieg wie im Libanon geben.

Eine Erklärung für den Extremismus liegt im Motiv der Demütigung. Warum fühlen sich so viele Muslime heute gedemütigt?

Sie fühlen sich von ihren eigenen Führern gedemütigt. Nehmen sie den Arab Human Development Report der UN. Da geht es um schlechte Führung, um die politische Rolle des Militärs, Korruption, Patronage – darum, dass der Reichtum nicht nach unten weitergegeben wird. Die Zivilgesellschaft ist kaum entwickelt, Entscheidungen werden zentral getroffen, Frauen haben nichts zu sagen.

Die Schuld an diesen Zuständen wird aber meist Israel oder Amerika gegeben.

Das ist doch immer so. Wenn man frustriert ist und sich ausgeschlossen fühlt, dann zeigt man mit dem Finger immer auf den Feind. Aber ich glaube nicht an den Kampf der Kulturen. Ich glaube, es gibt einen Kampf innerhalb der muslimischen Kultur.

Ihre Familie führt sich auf den Propheten Mohammed zurück. Wenn er heute lebte, welchen Islam würde er unterstützen, den fundamentalistischen oder einen reformorientierten?

Es ist keine Frage von Fundamentalisten und Reformern. Die Fundamentalisten des späten 19. Jahrhunderts waren ja Reformer. Sie fragten sich, ob das Wissen der Gründer des Islam noch zeitgemäß war, besonders im Lichte des Zitats, „Der Islam passt für jede Zeit und jeden Ort“. Wenn das der Fall ist, dann müssen wir den heiligen Text in seinen Kontext stellen und nicht buchstäblich verstehen. Ein praktisches Beispiel: Der marokkanische König hat gerade die Gleichheit der Frau propagiert und das mit der vollen Unterstützung des marokkanischen Parlaments. Die zurechnungsfähige, schweigende Mehrheit der Muslime ist unorganisiert und zersplittert, auf der anderen Seite haben sie motivierte und von der Schattenwirtschaft gut finanzierte Extremisten, die bereit sind, andere für ihre Ziele zu opfern. Die wollen die schweigende Mehrheit einschüchtern.

Das Gespräch führte Clemens Wergin.

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