• "Es ist kein Geld für Interviews geflossen" - Französische Journalisten bestreiten Deal mit Entführern

Politik : "Es ist kein Geld für Interviews geflossen" - Französische Journalisten bestreiten Deal mit Entführern

"An die 24 000 Mark sollen die Franzosen gezahlt haben", hieß es am Montagabend im heute-journal, als die Aufnahmen der Geiseln gezeigt wurden, die ein französisches Fernsehteam im Lager der Abu-Sayyaf-Rebellen aufgenommen hatte. Neben dem staatlichen Fernsehsender TF-1 waren auch ein Reporter von France-Info sowie die Asien-Korrespondentin des "Figaro", Florence Compain, als erste ausländische Journalisten bis in das Lager der Entführer vorgedrungen. ZDF-Korrespondent Gerd Anhalt hat seine Informationen nach eigenen Angaben aus den lokalen Zeitungen, die berichteten, jeder der insgesamt 12 Journalisten habe 1000 Dollar dafür bezahlt, in das Lager geführt zu werden. Compain dementiert im Gespräch mit dem Tagesspiegel kategorisch, dass sie oder die Kollegen den Entführern Geld gezahlt hätten. Auch die Redaktion von TF-1 bestreitet, dass Geld geflossen ist. "Sicher gibt es hier Leute, die anbieten, uns gegen Bezahlung in das Lager zu führen", erzählt Florence Compain, "aber das ist nicht seriös." Die Rebellen seien ihrerseits an den Besuchen von Journalisten interessiert, weil sie sich ihrer zur Kommunikation bedienten.

Gleichzeitig widerspricht die in Bangkok ansässige Korrespondentin den Vorwürfen, die Besuche behinderten die Verhandlungen. "Es gibt bisher überhaupt keine Verhandlungen", erklärt sie.

Außerdem ist sich die Korrespondentin sicher, dass die Geiseln dankbar für die Besuche der ausländischen Journalisten sind. "Die deutschen Geiseln waren ein bisschen enttäuscht, dass keine deutschen Kollegen bei uns waren", erzählt sie. Am Donnerstag haben schließlich Fernsehteams von Sat 1 und RTL das Lager besucht. Dazu Sat-1-Chefredakteur Jörg Howe: "Wir haben kein Geld gezahlt." an.

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