Politik : „Es ist nicht die Zeit für Rabatte“

In Europa und darüber hinaus ist das Ergebnis der Wahl in Griechenland mit Erleichterung aufgenommen worden. Doch in die Genugtuung mischt sich Skepsis: Zu viele politische Enttäuschungen hat Griechenland in den vergangenen Monaten den Europäern schon zugemutet. Und so sind auch mahnende Töne zu vernehmen.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass wir über Zeitachsen noch einmal reden – vor dem Hintergrund, dass ja in Wahrheit in den letzten Wochen politischer Stillstand in Griechenland gewesen ist.“

Guido Westerwelle (FDP),

Außenminister, am Sonntagabend

„Wenn der Eindruck entstanden sein sollte, dass ich bereit wäre, bei der Reformnotwendigkeit in Griechenland Abstriche zu machen, ist das definitiv falsch.“

Guido Westerwelle (FDP),

Außenminister, am Montag

„Jetzt ist nicht die Zeit für irgendwelche Rabatte.“

Georg Streiter,

Vize-Regierungssprecher

„Das Gefühl allgemeiner Erleichterung ist absolut übertrieben.“

Alexander Graf Lambsdorff,

FDP-Europapolitiker

„Es wird keine Abenteuer mehr geben, an Griechenlands Platz in Europa besteht kein Zweifel.“

Antonis Samaras,

Chef der Nea Demokratia

„Wir werden Griechenland als Mitglied der EU-Familie und der Euro-Zone weiter beistehen.“

Herman Van Rompuy, EU-Ratspräsident, und Jose Manuel Barroso,

EU-Kommissionschef

„Wir sind überzeugt davon, dass Griechenland in der Euro-Zone bleiben sollte, um deren Integrität und Stabilität zu wahren.“

Zhu Guangyao,

chinesischer Vizefinanzminister

„Das ist eine sehr gute Nachricht für Griechenland, die Europäische Union, den Euro und auch für Spanien.“

Mariano Rajoy,

spanischer Ministerpräsident

„Das Hilfspaket von 130 Milliarden Euro ist ja schon eine beträchtliche Menge Geld. Da wird sicher nichts draufgesattelt.“

Martin Schulz,

Präsident des Europäischen Parlaments

„Es wird sich nicht viel ändern. Es macht keinen großen Unterschied, ob Alexis Tsipras oder Antonis Samaras die Wahl gewonnen hat. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht.“

Lüder Gerken, Leiter des Centrums

für Europäische Politik in Freiburg

„Wer den Euro und die EU stabilisieren will, der muss jetzt den Weg ebnen für die Bankenunion, die Fiskalunion und eine politische Union.“

Rebecca Harms und Daniel Cohn-Bendit, Co-Chefs der Grünen im EU-Parlament

Tsp/dpa/dapd/rtr

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