Politik : „Es muss die Hölle gewesen sein“

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Hamburg Im Prozess gegen den mutmaßlichen Helfer der Attentäter vom 11. September 2001, Mounir al Motassadeq, hat ein Ermittler der US-Bundespolizei FBI am Dienstag die letzten Minuten an Bord des Todesfluges „American Airlines 11“ geschildert. Bis zum Einschlag des Flugzeugs in den Nordturm des New Yorker World Trade Centers seien die Passagiere 32 Minuten der Gewalt ihrer Entführer ausgesetzt gewesen, sagte Matthew Walsh vor dem Hamburger Oberlandesgericht. „Es brach keine richtige Panik aus, aber es muss die Hölle gewesen sein“, meinte der FBI-Beamte. Walsh nannte die Details auf Fragen eines Nebenklägers, dessen Mutter an Bord des Flugzeugs starb. „Ich weiß nicht, ob die Passagiere wussten, dass sie sterben würden, aber auf jeden Fall haben sie die Gewalt mitbekommen“, sagte der Beamte. Die Flugzeugentführer hätten einem Passagier die Kehle durchgeschnitten, zwei Flugbegleiterinnen durch Messerstiche verletzt und Pfefferspray im Flugzeug versprüht.

Motassadeq muss sich wegen Beihilfe zum Mord und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten. In einem ersten Prozess war er 2003 zu 15 Jahren Haft verurteilt worden, doch hatte der Bundesgerichtshof das Urteil aufgehoben. FBI-Ermittler Walsh, der bereits im ersten Prozess gegen Motassadeq gehört worden war, berichtete noch einmal, dass die Terrorpiloten Mohammed Atta und Marwan al Shehhi aus Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten insgesamt rund 110 000 US-Dollar auf ein Konto in den USA erhalten hätten. dpa

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