Politik : Es weihnachtet sehr

Markus Feldenkirchen

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Politik ist meist ein sehr strategisches Spiel. Nichts ist ihr heilig. Selbst das heilige Fest nicht. Die rot-grüne Regierung ist gerade so in der Defensive, dass sie für jeden Hoffnungsschimmer dankbar ist. Wie gut, dass Weihnachten vor der Tür steht. Denn vielleicht kommt es ja wirklich so, wie SPD und Grüne es sich wohl insgeheim erhoffen: dass die Menschen an Heiligabend unter dem Christbaum sitzen, ihnen die Tannennadeln ins Haar rieseln, während lodernde Kerzen die roten Lamettakugeln vor grünem Grund erleuchten lassen und sich ein Gefühl einstellt, das die Menschen sagen lässt: „Schön ist’s!“ Vielleicht stellt sich dann ja auch noch eine Verknüpfung im Unterbewusstsein ein zwischen der rot-grünen Szenerie und der Aussage „Schön ist’s“, und die Koalitionsparteien könnten mit rasanten Umfragezuwächsen ins neue Jahr starten.

Nun gibt es aber Politiker, die wenig von solch abgehobenen Gedankenspielen aus den Tiefen der Psychologie halten. Das sind meist Wirtschaftspolitiker. Und so gibt es die andere Strategie, das rot-grüne Ansehen mit Hilfe von Weihnachten wieder aufzupolieren. Da erreicht uns am Nikolaustag eine Pressemitteilung der tourismuspolitischen Sprecherinnen von SPD und Grünen, Bruni Irber und Undine Kurth. Das Spannende daran ist nicht der Umstand, dass es solche Posten überhaupt gibt. Nein, interessant ist die Überschrift: „Studie zu Weihnachtsmärkten bestätigt rot-grüne Politik.“ Die Studie sagt nämlich, dass auf den Weihnachtsmärkten der Republik in diesem Jahr „etwa 4,874 Milliarden Euro“ umgesetzt werden. Süßer die Mandeln nie schmeckten. Wirtschaftswachstum dank Lebkuchen. Es geht wieder aufwärts.

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