Politik : Eta-Anschlag auf baskischen Fernsehsender

Bilbao/Madrid - Drei Wochen nach der Festnahme ihres neuen Anführers haben mutmaßliche Eta-Terroristen einen Autobombenanschlag auf den Hauptsitz des baskischen Rundfunks EITB verübt. Bei der Explosion des 100 Kilogramm schweren Sprengsatzes in der nordspanischen Industriestadt Bilbao wurde ein Mensch leicht verletzt, wie die Behörden mitteilten. Zudem sei ein Millionenschaden entstanden. Die Fensterfront des Gebäudes wurde teilweise zerstört, in der Nähe geparkte Autos gingen in Flammen auf. Die Fahndung nach den vermutlich drei Tätern blieb zunächst ohne Erfolg.

Mit dem Attentat hat die baskische Untergrundorganisation Eta nach Ansicht von Antiterrorexperten erneut kritische Medien ins Visier genommen. Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero betonte, die Eta werde die Medien als Grundlage der Demokratie aber nicht zum Schweigen bringen können. „Die Eta kann zwar Anschläge verüben, sie wird aber alle Schlachten verlieren.“ Eine Stunde vor der Explosion hatte es am Mittwoch einen Warnanruf der Eta gegeben, wie das baskische Innenministerium mitteilte. Die Polizei konnte das Gebäude dadurch rechtzeitig räumen und die rund 400 Mitarbeiter in Sicherheit bringen. Auch ein Busbahnhof und ein Krankenhaus wurden evakuiert.

Mit je fünf öffentlichen Fernseh- und Hörfunksendern ist EITB die größte Rundfunkanstalt des Baskenlandes. Drei Stunden nach der Explosion konnte der Sendebetrieb wieder aufgenommen werden. In dem Gebäude sind auch andere Medien wie die Zeitungen „El Mundo“ und „Deia“ sowie der private TV-Sender Antena 3 untergebracht.

Im Mai und im Dezember hatte die Polizei mehrere Eta-Führer verhaftet, dies galt als großer Erfolg im Kampf gegen die Organisation, die seit 40 Jahren mit Gewalt die Unabhängigkeit des nordspanischen Baskenlandes erzwingen will. Noch nie war die Terrororganisation so geschwächt worden. Spaniens Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba kündigte im Dezember an, dass der Druck der Polizei auf die Eta nicht nachlassen werde. Er warnte damals davor, dass die Eta wieder „irgendeine Untat“ begehen könnte, um Rache zu nehmen. Erst Anfang Dezember hatte die Eta einen baskischen Unternehmer erschossen. dpa/ze

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