Politik : Eta-Anschlag beendet Waffenruhe

Ralph Schulze

Madrid - Die baskische Terrororganisation Eta hat mit einer gewaltigen Autobombe am Madrider Hauptstadtflughafen ihren seit gut neun Monaten währenden Waffenstillstand gebrochen. Sie zerstörte damit aufkeimenden Friedenshoffnungen in Spanien. Bei dem Anschlag im Parkhaus des erst vor elf Monaten eingeweihten Terminals 4 wurden mindestens 24 Menschen leicht verletzt, zwei Personen wurde am Samstag noch vermisst. Es entstand millionenschwerer Sachschaden an dem Gebäude, dass kurz vor der Explosion gegen neun Uhr morgens noch geräumt werden konnte.

Premier José Luis Rodríguez Zapatero setzte am Samstagabend den Friedensprozess mit der Untergrundorganisation aus. Er habe angeordnet, alle Verhandlungsbemühungen mit der Eta einzustellen, sagte er. Das Attentat sei mit einem Friedensprozess unvereinbar. „Der von der Eta eingeschlagene Weg führt nirgendwo hin und bringt nur Leid und Schmerz“, betonte der Sozialist. Noch am Vortag hatte Zapatero sich in seiner Jahresbilanz optimistisch geäußert, dass die am 22. März von der Eta ausgerufene Waffenruhe zu einem dauerhaften Frieden führen könnte. In Sachen Eta-Terror „geht es uns heute besser, als vor einem Jahr“, hatte der Ministerpräsident gesagt.

In Madrid stand stundenlang eine schwarze Rauchwolke über dem Parkhaus, in dem die Explosion einen schweren Brand ausgelöst hatte. Zwei Geschosse stürzten ein, insgesamt fünf Stockwerke wurden schwer beschädigt. Hunderte Autos in dem Parkhaus wurden zerstört und unter Trümmern begraben. Das Terminal wurde bis zum Nachmittag gesperrt und alle Flüge verschoben.

Die Eta hatte vor der Explosion mit einem anonymen Anruf gewarnt, so dass die Polizei das Parkhaus sperren und ein Blutbad verhindern konnte. Dies ist der vierte Anschlag auf den Flughafen in der langen Eta-Geschichte: Zuletzt hatten die Terroristen im Sommer 2001 eine Autobombe im Parkhaus des Terminals 2 detonieren lassen. Die Eta kämpft seit über 30 Jahren für die Abspaltung des nordspanischen Baskenlandes.

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