Politik : Eta: Bekenntnis zu den Terroranschlägen vom August

Thomas Gack

Mutmaßliche Anhänger der baskischen Untergrundorganisation Eta haben auf einem Militärgelände in Nordspanien eine selbst gebastelte Bombe gezündet. Der Sprengsatz detonierte nach Polizeiangaben vom Freitag am Vorabend bei Hernani auf einem leer stehenden Gestüt der Streitkräfte und riss ein fünf Meter großes Loch in den Boden. Verletzt wurde niemand. Die Kleinstadt nahe San Sebastian ist eine Hochburg der Eta-nahen Partei Herri Batasuna (HB/Volksunion).

Unterdessen bekannte sich die Eta zu vier Terror-Anschlägen, bei denen im August vier Menschen getötet und elf verletzt worden waren. In einem Schreiben an die ihr nahe stehende Zeitung "Gara" übernahmen die Separatisten die Verantwortung für die Ermordung des baskischen Arbeitgeberchefs Jose Maria Korta, des Leutnants der Streitkräfte Francisco Casanova und zweier Polizisten, die in einem Bergdorf von einer Haftbombe unter ihrem Fahrzeug zerfetzt worden waren.

Die Eta bekannte sich zudem zu der Explosion einer Autobombe im Norden Madrids, die elf Menschen teils schwer verletzte, darunter zwei Kinder. Dieses Attentat richtete sich laut der Mitteilung unter anderem gegen den angeblich in dem Viertel lebenden Ko-Präsidenten der Großbank Santander Central Hispano (BSCH), José Maria Amusategui.

Die Separatistenorganisation räumte auch den Tod von vier ihrer Aktivisten bei der versehentlichen Explosion ihres mit Sprengstoff beladenen Autos am 7. August in Bilbao ein. "Die vier Kampfgefährten bereiteten eine Aktion vor", hieß es. Damit ist ein Terror-Anschlag gemeint.

Die jüngsten Attentate werden in der Erklärung noch nicht erwähnt. Seit der Aufkündigung ihrer "Waffenruhe" im Dezember 1999 hat die Eta bei Anschlägen bereits zwölf Menschen getötet und etwa 30 verletzt. Spanien erlebt derzeit die blutigste Terror-Offensive seit vielen Jahren.

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