Politik : Eta bleibt gefährlich: Jüngste Festnahmen sind aber ein "bedeutender Schlag"

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Nach den Fahndungserfolgen gegen die baskische Untergrundorganisation Eta hat die spanische Regierung am Montag zur Besonnenheit aufgerufen. Nach wie vor habe die Eta "die Fähigkeit zu töten", sagte Innenminister Jaime Mayor Oreja in Madrid. Allerdings werde sie erhebliche Schwierigkeiten haben, die in Südwestfrankreich festgenommenen Führungsmitglieder zu ersetzen. Der Nachschub-Apparat der Organisation sei nun "praktisch unwiderruflich" zerstört.

Bei den Razzien der vorangegangenen Tage im französischen Baskenland waren nicht nur der mutmaßliche Eta-Chef Ignacio Gracia Arregui, sondern auch vier "Ingenieure" der Organisation festgenommen worden, die nach Erkenntnissen der spanischen Justiz über das gesamte Wissen für den Bau von Haftbomben, Autobomben und Zeitzündern verfügen.

Mayor Oreja sprach von dem bedeutendsten Schlag gegen die Eta seit dem Antritt der konservativen Regierung unter José Maria Aznar vor vier Jahren. Die drei Tage dauernden Razzien seien das Ergebnis von monatelanger intensiver Zusammenarbeit zwischen der französischen Polizei und der Guardia Civil gewesen. Unter den 15 am Wochenende Festgenommenen befinden sich die vermutlich wichtigsten Bombenbauer der Eta, unter ihnen der Logistikchef Ignacio Turillas Aranceta sowie der für den Waffenschmuggel zuständige Angel Picabea. Mit der Festnahme der 42-jährigen Maria del Rosario Delgado Iriondo, der die Beteiligung an 18 Mordanschlägen zur Last gelegt wird, verliert die Organisation überdies eine der geschicktesten Pass-Fälscherinnen. "So oder so muss sich die Eta nun komplett neu organisieren", so Mayor Oreja.

Offenbar fielen den Sicherheitsbehörden bei der Verhaftung von Eta-Chef Gracia Arregui umfangreiche Informationen in die Hände, die die Enttarnung von Eta-Strukturen und Terror-Kommandos ermöglichen.

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