Politik : Eta: Tausende Spanier protestieren gegen Terror

Einen Tag nach der Ermordung des spanischen Oberstaatsanwalts Luis Portero durch mutmaßliche Terroristen der baskischen Separatistenorganisation Eta haben am Dienstag Tausende von Spaniern erneut gegen den Terror demonstriert. In allen Teilen Spaniens kamen Menschen vor den Rathäusern zu Schweigekundgebungen zusammen. Im Madrider Parlament, in den Regionalverwaltungen, Universitäten und Gerichten im ganzen Land legten die Beamten und Angestellten aus Protest gegen den Eta-Terror für fünf Minuten die Arbeit nieder.

Der 59-jährige Portero, Chef der Staatsanwaltschaft am Obersten Gerichtshof der Region Andalusien, war am Montag vor seiner Wohnung in Granada in Südspanien von drei Männern erschossen worden. Eine Kugel traf den Juristen am Nacken und fügte ihm tödliche Verletzungen zu.

Portero, Vater von vier Kindern, starb nach Angaben der Ärzte sechs Stunden nach dem Attentat in einem Krankenhaus. Die Terroristen entkamen. Wenige Stunden nach dem Attentat explodierte in der Nähe des Tatorts eine Autobombe. Der Jurist, Vater von vier Kindern, war das 14. Opfer der Eta in diesem Jahr. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass die Eta in Andalusien über ein bedeutendes Terrornetz verfügen muss. Unmittelbar vor dem Mord hatte die Organisation in der Region drei Bombenanschläge auf Militärs versucht.

In der Öffentlichkeit wurde erstmals Kritik an der Arbeit der Sicherheitskräfte laut. "Die Fahndungsergebnisse innerhalb Spaniens sind bislang ziemlich mager", schrieb die regierungsnahe Zeitung "El Mundo" am Dienstag. "Es muss aufhören, dass die Mörder straffrei davonkommen." In den vergangenen Monaten hatte es praktisch nur in Frankreich, im Rückzugsgebiet der baskischen Terroristen, Festnahmen von mutmaßlichen Eta-Terroristen gegeben, aber kaum welche in Spanien.

Zur Trauerfeier für Portero reisten auch Ministerpräsident Jose Maria Aznar, Innenminister Jaime Mayor Oreja und Justizminister Acebes Angel Acebes nach Granada. Auch die Vorsitzenden der obersten spanischen Gerichte waren zugegen.

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