Politik : Eta: Waffenlager ausgehoben - Spaniens Polizei vereitelt Anschlag

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Spaniens Polizei ist ein erster Erfolg im Kampf gegen die baskische Terrororganisation ETA gelungen. In der Baskenstadt Vitoria entdeckten die Sicherheitskräfte in einer Wohnung eine Bombenwerkstatt. Die Beamten fanden sechs Haftbomben, wie die ETA sie in der Vergangenheit benutzte, um die Autos von Politikern und Militärs in die Luft zu jagen. Zudem wurden drei Pistolen, Munition, Zünder, Zeituhren, Zündschnüre und Dokumente sichergestellt. Unter anderem fand man auch Todeslisten mit den Namen von Politikern der spanischen Konservativen wie der Sozialisten. Die drei Bewohner entkamen, konnten aber identifiziert werden.

Das entdeckte Dynamit stammt nach Angaben des Chefs der spanischen Polizei, Juan Cotino, aus einem Überfall auf eine Sprengstofffabrik im Jahre 1998 in Frankreich. Von den acht Tonnen gestohlenen Dynamits soll ein beträchtlicher Teil in den Händen der Eta sein.

Am vergangenen Wochenende hatte die ETA an der Costa del Sol in Malaga einen konservativen Lokalpolitiker erschossen. Am Mittwoch scheiterte ein Bombenanschlag auf den Sozialistenchef dieser Stadt: Der Mann, der mit seiner Familie im Auto unterwegs war, hatte Glück, dass der Zünder der Haftbombe defekt war. Am gleichen Tag war eine Bombe in einem Einkaufszentrum in Vitoria hochgegangen. In San Sebastian verübten mutmaßliche Anhänger der ETA in der Nacht zum Freitag einen Brandanschlag auf die Apotheke eines Mitglieds einer Friedensinitiative. Das Geschäft brannte nach Polizeiangaben völlig aus, verletzt wurde aber niemand. Die darüber liegenden Wohnungen mussten von der Feuerwehr geräumt werden. Einige Anwohner erlitten Nervenzusammenbrüche.

Nun wird untersucht, ob diese Anschläge in der entdeckten Wohnung und Waffenwerkstatt geplant und von dort aus gesteuert wurden.

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