Politik : Eta zündet fünf Bomben in Madrid

Ralph Schulze

Madrid - Die baskische Terrororganisation Eta hat Madrid am Freitagabend mit einer Bombenserie geschockt. Fünf kleine Sprengsätze in der Umgebung von Tankstellen an verschiedenen Ausfallstraßen der spanischen Hauptstadt ließen vorübergehend Erinnerungen an den verheerenden Terroranschlag auf vier Vorortzüge am 11. März wach werden. Ein anonymer Anrufer hatte kurz vor den Explosionen vor den Sprengsätzen gewarnt, so dass die Polizei die Bombenorte rechtzeitig räumen konnte. Durch die Mini-Bomben, die überwiegend in Papierkörben versteckt waren, wurden nach vorläufigen Angaben zwei Menschen leicht verletzt.

Offenbar wollte die Eta, die nach der Zerschlagung ihrer Führung vor zwei Monaten schon als „stark geschwächt“ bezeichnet wurde, mit diesem spektakulären Schlag beweisen, dass sie noch nicht tot ist. Was den Terroristen auch insoweit gelang, als der Feierabend- und Wochenendverkehr in der Hauptstadt und über die Ausfallstraßen in die Umgebung am Abend komplett zusammenbrach. Und das zu Beginn der wohl wichtigsten Kurzferien des Jahres, die am Wochenende begannen und den spanischen Verfassungsfeiertag am Montag und den Feiertag der spanischen Schutzheiligen Inmaculada am Mittwoch einschließen. Hunderttausende standen stundenlang im Stau mit der Angst, das noch weitere Sprengsätze hochgehen könnten.

Innenminister Jose Antonio Alonso rief die Nation auf, „Ruhe zu bewahren“. Und er bekräftigte, dass der Staat der Eta, welche die Abspaltung des Baskenlandes von Spanien erzwingen will, „keinen Millimeter im Kampf gegen den Terrorismus nachgeben wird“. Erst vor kurzem hatte der politische Arm der Eta, die verbotene Bewegung Batasuna, Verhandlungen über einen Frieden angeboten. Die Eta hat in ihrem Krieg gegen Spanien bisher mehr als 800 Menschen umgebracht.

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