Politik : EU-Außenhandel: Freihandelszone "so bald wie möglich"

Der brasilianische Präsident Fernando Henrique Cardoso hat sich zum Auftakt seines Deutschlandbesuchs dafür ausgesprochen, die geplante Freihandelszone zwischen dem Gemeinsamen Südamerikanischen Markt (Mercosur) und der Europäischen Union schon in den nächsten zwei Jahren einzurichten. Nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder in Berlin sagte Cardoso am Mittwochabend, die Freihandelszone solle "so bald wie möglich" geschaffen werden. Statt bis zum Jahr 2005 könnten die Zollschranken schon in den nächsten zwei Jahren fallen. Gleichzeitig forderte er einen konkreten Zeitplan für die Schaffung der Zone. Schröder stimmte der Forderung zu, verwies aber zugleich auf die Europäische Kommission als Verhandlungspartner. Cardoso war am Mittwoch zu einem viertägigen Staatsbesuch in Berlin eingetroffen.

Dem Mercosur gehören Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay an. Bolivien und Chile sind assoziiert. Die Staaten streben schon seit längerem eine Freihandelszone mit der Europäischen Union an. Daneben wollen auch die USA bis zum Jahr 2005 eine Freihandelszone von Alaska bis Feuerland schaffen.

Am Donnerstag hat Cardoso die neue Botschaft seines Landes in Berlin-Mitte eingeweiht. Dabei kündigte er an, dass Brasilien sich künftig stärker aktiv in die internationale Politik einschalten und seine Präsenz vor allem in Europa verstärken will. Nach Cardosos Worten gehört Deutschland zu den Ländern, mit denen Brasilien die besten Beziehungen überhaupt unterhält. Deutsche Firmen hätten in dem größten Land Südamerikas mindestens 300 000 Arbeitsplätze geschaffen. Am zweiten Tag seines offiziellen Besuchs in Berlin traf Cardoso unter anderen mit den Vorsitzenden von CDU und FDP, Angela Merkel und Wolfgang Gerhardt, zusammen. Ein weiterer Programmpunkt war ein Vortrag vor dem Ibero-Amerikanischen Institut aus Anlass seiner Gründung vor 70 Jahren. Die zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehörende Einrichtung verfügt mit 800 000 Bänden über die größte europäische Fachbibliothek zu Spanien, Portugal und Lateinamerika.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben