EU : Demo der Danziger Werftarbeiter in Brüssel

Vor der EU-Kommission kommt es zum Pfeifkonzert. Rund hundert polnische Werftarbeiter protestieren gegen die Schließung der "Solidarnosc-Werft".

Solidarnosc
Demo in Brüssel. Polnische Werftarbeiter demonstrieren vor der EU-Kommission. -Foto: AFP

BrüsselDie Arbeiter werfen der Behörde vor, die Werft schließen zu wollen, die zugleich historische Geburtsstätte der Solidarnosc-Bewegung ist. "Schafft Brüssel, was Moskau nicht gelungen ist?" stand auf einem Banner der Demonstranten, die feierlich die Solidarnosc-Hymne sangen. Die Gewerkschaft um ihren Führer Lech Walesa hatte Warschau vor genau 27 Jahren, am 31. August 1980, nach gut zweiwöchigem Streik bedeutende Zugeständnisse abgerungen und so das Fanal für den Niedergang des kommunistischen Systems gegeben.

Der Protest der Werftarbeiter entzündet sich an der Forderung der EU-Kommission, zwei der drei Schiffsbauplätze in Danzig stillzulegen. Brüssel wirft der polnischen Regierung vor, die Werft jahrelang mit verbotenen staatlichen Beihilfen unterstützt und so künstlich gegen Konkurrenten stark gemacht zu haben. Die Gewerkschafter fürchten das Aus für die gesamte Werft.

"Die Kommission erkennt die historische Schlüsselrolle an, die die Danziger Werft gespielt hat und ihre Rolle im Kampf für Freiheit und ein wiedervereinigtes Europa", unterstrich ein Sprecher von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, die die Demonstranten empfing. Er ließ aber kein Abrücken von der harten Linie Brüssels erkennen. Wann die Kommission abschließend in dem seit zwei Jahren schwelenden Streit entscheidet, ist offen. Ein Votum vor den für Oktober geplanten polnischen Wahlen gilt aber als unwahrscheinlich. (mit AFP)

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