EU-Fangquoten : Französische Fischer geben Blockade auf

Französische Fischer haben am Donnerstag ihre Blockade der Häfen Calais, Dünkirchen und Boulogne-sur-Mer aufgegeben und damit den Weg für den Fährverkehr nach Großbritannien wieder frei gemacht. Mit der tagelangen Blockade hatten die Fischer gegen die EU-Fangquoten protestiert.

Albrecht Meier

Berlin -  Die Quoten der französischen Fischer für Kabeljau und Seezunge im Ärmelkanal und in der Nordsee sind für das laufende Jahr bereits weitgehend ausgeschöpft. Den nordfranzösischen Fischern, die um ihre Existenz fürchten, sagte der Pariser Landwirtschaftsminister Michel Barnier Hilfen in Höhe von vier Millionen Euro zu. Weil eine Erhöhung der Brüsseler Fangquoten nicht in Betracht kommt, bleibt Barnier zur Linderung der Lage der Fischer nur noch die Möglichkeit, mit anderen EU-Ländern über einen Tausch bei den Fangquoten zu verhandeln.

Es ist nicht das ersten Mal, dass die Regierung in Paris angesichts der Proteste von Fischern politische Zugeständnisse macht. So waren 2007 Fischer in mehreren Häfen Frankreichs wegen der gestiegenen Treibstoffkosten in Streik getreten. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sagte ihnen anschließend eine Abgabenbefreiung in Millionenhöhe zu. Trotz der wiederholten Pariser Hilfen sei der Fischereiindustrie in Frankreich „keine langfristige Perspektive“ angeboten worden, kritisierte Saskia Richartz, Beraterin für EU-Meerespolitik bei Greenpeace in Brüssel. Die Subventionen müssten genutzt werden, um die französische Flotte zugunsten umweltschonender Fangtechniken umzurüsten, forderte sie.

In der kommenden Woche will die EU-Kommission ein Diskussionspapier zur künftigen Fischereipolitik vorlegen, das den Protest der französischen Fischer erneut anheizen könnte. Dem Papier zufolge soll dabei künftig die Erholung der Fischbestände Vorrang vor kurzfristigen Wirtschaftsinteressen haben. Die Kommission will unter anderem vorschlagen, kleinere und effizientere Fangflotten einzusetzen. 

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