Politik : EU-Kommissar gegen Futtermittel-Liste Byrne befürchtet zu hohen Aufwand

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 Berlin/München (dpa). EU-Verbraucherschutz-Kommissar David Byrne hat sich gegen die von Agrarministerin Renate Künast (Grüne) geforderte Positivliste für Futtermittel ausgesprochen. Er sei gegen diese verbindliche Liste erlaubter Bestandteile, sagte Byrne dem Münchner Magazin „Focus“. Das Vorhaben sei schwer umsetzbar. 10 000 Stoffe müssten dort aufgeführt werden. Vor kriminellen Machenschaften wie etwa im Zusammenhang mit dem verbotene Wachstumshormon Medroxy-Progesteron-Acetat (MPA) böte dieser „gewaltige bürokratische Aufwand keinen Schutz, betonte Byrne.

Das Verbraucherschutz-Ministerium in Berlin wollte Byrnes Äußerungen nicht kommentieren. Fakt sei, dass die EU-Kommission eine Machbarkeitsstudie zur Erstellung der Liste in Auftrag gegeben habe, sagte eine Ministeriumssprecherin. Das Ergebnis solle bis Jahresende vorliegen. In Deutschland gebe es bereits eine Liste mit rund 350 Stoffen. EU-weit gelte bislang nur eine Liste verbotener Inhaltsstoffe für Futtermittel.

Der Vorsitzende des Agrarausschusses des Europaparlaments, Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf (Grüne), warf Byrne vor, die Erstellung der Positivliste unnötig zu erschweren. „Er verkompliziert die Sache, weil er nicht eine Liste vorlegt, die dann ja bei Bedarf zu ergänzen wäre“, sagte Baringdorf im Deutschlandradio Berlin. Der Einfluss der Futtermittellobby auf die Politik sei erheblich. Die Liste könnte kriminelle Machenschaften eindämmen. Die Verbraucher dürften nicht zu Endlagerstätten von zweifelhaften Stoffen gemacht werden.

Der frühere Bundes-Agrarminister Karl-Heinz Funke (SPD) forderte schärfere Kontrollen von Futter- und Lebensmitteln in der EU. Noch immer gebe es keine einheitlichen Standards für Produktion, Auszeichnung und Kontrolle der Futtermittel.

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