Politik : EU-Kommission: Professor Sparsam

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Als Romano Prodi 1999 Kommissionspräsident wurde, erschien er allgemein als Idealbesetzung für den Brüsseler Posten. Mit ihm als Spitzenkandidaten war 1996 erstmals im Italien der Nachkriegszeit ein Bündnis unter Führung der Linksdemokraten, der früheren Kommunisten, an die Macht gekommen. In wenigen Wahlkampfmonaten wurde aus dem kaum bekannten Wirtschaftsprofessor der Sympathieträger der italienischen Politik. Trotz heftiger Widerstände auch innerhalb seiner Mitte-Links-Koalition bugsierte Prodi mit eiserner Sparpolitik das Land in die Eurozone, reformierte die Verwaltung und vereinfachte das Steuersystem. Sein Sparkurs brachte ihn auch zu Fall: die Altkommunisten stellten sich 1999 gegen sein Haushaltsgesetz und erzwangen damit seinen Rücktritt.

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