Politik : EU-Kommissionspräsident mahnt Europäer zu Wachsamkeit und Solidarität

Mit einem Besuch der Konzentrationslager Auschwitz (Oswiecim) und Birkenau hat EU-Kommissionspräsident Romano Prodi seine Verpflichtung für Frieden und Menschenrechte bekräftigt. "Das neue Europa hat ein Europa zu sein, in dem die (Grund-)Rechte anerkannt und praktiziert werden; ein Europa freier Völker, die in Solidarität zusammenleben; ein Europa, das Recht und Gerechtigkeit anwendet", schrieb Prodi in das Besucherbuch. Er wolle mit seinem Besuch deutlich machen, dass Europa die Vergangenheit nicht vergessen darf. "Wir müssen unsere Einheit so bauen, dass dies nicht wieder geschehen kann", sagte Prodi weiter.

Er sei zu Beginn seiner Amtszeit nach Auschwitz gekommen, um die Stimmen der Holocaust-Opfer zu hören, schrieb Prodi weiter und fügte den Ausruf hinzu: "Nie wieder!" Zwischen 1940 und 1945 wurden in Auschwitz und Birkenau mehr als 1,5 Millionen Menschen ermordet.

In Warschau sprach Prodi mit Ministerpräsident Jerzy Buzek und Staatspräsident Alexander Kwasniewski über einen möglichen EU-Beitritt Polens im Jahr 2003. Vor dem Gespräch mit Buzek kündigte er eine baldige Entscheidung über die EU-Erweiterung an. Prodi will erreichen, dass die Entscheidung über die Ost-Erweiterung auf dem EU-Gipfel in Helsinki im Dezember fällt. Derzeit führt die EU Beitrittsverhandlungen mit Zypern, Malta, Estland, Slowenien, Polen, Ungarn und Tschechien.

Er sei immer für die Aufnahme Polens und der anderen Beitrittskandidaten in die Europäische Union gewesen, sagte Prodi und versprach seinen Gastgebern, Polen auch in Zukunft bei seinen Bemühungen um einen möglichst schnellen Beitritt zu helfen. Die Tatsache, dass ihn sein erster Besuch als Kommissionspräsident in ein Nicht-Mitgliedsland (nach Polen) führe, spreche für sich. Auf ein Datum für die Aufnahme Polens wollte sich Prodi jedoch noch nicht festlegen. Vorher müsse Europa auf festem Boden stehen.

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