EU-Lebensmittelbehörde : Gen-Reis "wahrscheinlich" keine Gefahr

Nach Ansicht der Lebensmittelbehörde der EU stellt der Gen-Reis beim Verzehr "wahrscheinlich" keine gesundheitliche Gefahr dar. EU-Abgeordnete fordern, auf die Marktzulassung genveränderter Rapssorten zu verzichten.

Parma/Brüssel - Der illegal nach Deutschland und andere EU-Staaten gelangte Genreis vom Typ LL601 birgt nach Bewertung der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA "wahrscheinlich" keine Gefahr für die Verbraucher. Nach bisheriger Kenntnislage stelle der Verzehr von Langkornreis, der Spuren von LL601 enthalte, keine unmittelbaren Gefahren für Mensch oder Tier dar, hieß es in einer Mitteilung der Behörde in Parma. Zugleich räumte die EFSA aber ein, dass die Unterlagen über den LL601-Reis nicht ausreichend seien, um eine vollständige Risikoanalyse vorzunehmen.

Der Berichterstatter des EU-Parlaments über die Koexistenz von Gentechnik und traditoneller Landwirtschaft, Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf (Grüne), forderte, wegen der Genreis-Einfuhren auf die geplante Marktzulassung genveränderter Rapssorten zu verzichten. "Die Gentech-Industrie hat ihre Produkte nicht im Griff," erklärte der Abgeordnete. Die EU-Agrarminister dürften deshalb am kommenden Montag dem Vorschlag der Kommission nicht zustimmen, ganze Gentech-Rapskörner in die EU einzuführen. "Die Gefahr, dass diese Samen in die Lebensmittelkette oder - auch wenn sie nicht zum Anbau zugelassen werden - auf Umwegen doch auf die Äcker gelangen, ist zu groß." Daher müsse an der bisherigen Beschränkung festgehalten werden, nur die Einfuhr von verarbeiteten Genraps-Produkten zuzulassen. (tso/AFP)

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