Politik : EU lockert Regeln für Duty-Free-Käufer

Albrecht Meier

Berlin - Bis zu drei Tonnen an Flüssigkeiten werden an manchen Tagen am Frankfurter Flughafen eingesammelt. Da stapeln sich dann Whisky-Mitbringsel aus dem Duty free in Singapur, Parfüms und Wasserflaschen. Die Flüssigkeiten werden anschließend vernichtet – das sind auf hiesigen Airports nach Angaben der deutschen Verkehrsflughäfen pro Woche Waren im Wert von zwei Millionen Euro. Die massenhafte Parfüm- und Spirituosenvernichtung ist das Ergebnis der strengeren Handgepäckregeln, die seit dem vergangenen November in der EU gelten. Die Regelung trat in Kraft, nachdem britische Antiterror-Spezialeinheiten im vergangenen August nach Londoner Regierungsangaben verheerende Anschläge auf zahlreiche Passagierflugzeuge mit an Bord geschmuggeltem Flüssigsprengstoff verhinderten. Nun will Brüssel die Regeln zumindest für Reisende lockern, die nach einem Interkontinentalflug innerhalb der EU umsteigen.

Nach den Angaben des Sprechers von EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot hat die Brüsseler Behörde dem EU-Parlament vor einer Woche einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt. Derzeit sind von den Handgepäckregeln häufig Reisende auf Interkontinentalflügen betroffen, wenn sie sich beim Umsteigen in der EU am Flughafen einer erneuten Kontrolle unterziehen. Transferpassagiere müssen dann beispielsweise den Schnaps wieder abgeben, den sie zuvor in einem Duty-free-Laden in einem Drittland gekauft haben. Bevor sich diese Reisenden tatsächlich keine Sorgen mehr um ihr Handgepäck machen müssen, will die EU-Kommission gemeinsam mit den betroffenen Drittstaaten deren Sicherheitsstandards bewerten.

Die EU-Abgeordneten dürften mit der Erleichterung für die Interkontinentalreisenden kein Problem haben. Bereits im April forderten sie, die verschärften Handgepäckregeln insgesamt auslaufen zu lassen. Die Röntgengeräte bei den Sicherheitskontrollen, so argumentiert der Hamburger Europaabgeordnete Georg Jarzembowski (CDU), „sind nicht in der Lage, Explosivstoffe in Flüssigkeiten zu erkennen“. Albrecht Meier

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