EU : Minister einigen sich auf Klimaschutz-Schlüssel

Die EU-Staaten haben sich geeinigt, wie sie den Klimaschutz in Entwicklungs- und Schwellenländern finanzieren wollen.

Der Schlüssel, den die 27 EU-Finanzminister beschlossen haben, verteilt die finanzielle Beteiligung der EU-Länder an den Klimaschutz-Programmen. Er sieht vor, dass sowohl die Wirtschaftsleistung als auch der Treibhausgas-Ausstoß in die Berechnung mit einbezogen werden. Zu erwarten sind milliardenschwere Zahlungen für Klimaschutzmaßnahmen in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Vermögende Länder werden so besonders in die Verantwortung gezogen, ebenso aber auch Länder, die es mit dem Umweltschutz weniger genau nehmen.

Damit endet eine Debatte, die wochenlang in der EU schwelte. Polen hatte ursprünglich darauf gedrungen, eine Formel anzuwenden, die im Wesentlichen auf der Finanzkraft eines Landes beruht. Das hätte die Mitgliedstaaten in Mittel- und Osteuropa bevorzugt.

Offen ließen die Minister eine Einschätzung über die Höhe der Zahlungen, die notwendig werden dürften. Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte, dies sende ein beunruhigendes Signal in die laufenden Weltklimaverhandlungen. "Die drohende Klimakatastrophe lässt die heutige Wirtschaftskrise wie einen Spaziergang im Park erscheinen", sagte Greenpeace-Klima-Experte Joris den Blanken.

Die UN will sich im Dezember in Kopenhagen auf ein Nachfolge-Abkommen für das Kyoto-Protokoll zur Reduzierung des Ausstoßes von gefährlichem Kohlendioxid (CO2) einigen. Es läuft 2012 aus. (mm/dpa)

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