Politik : EU-Mittel können für Klon-Experimente ausgegeben werden

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Straßburg (tog). Die Forschung mit so genannten überzähligen Embryonen und embryonalen Stammzellen kann künftig ungeachtet des Bundestagsbeschlusses mit EU-Geldern gefördert werden. Darüber haben sich EU-Ministerrat und Europaparlament trotz heftiger Kritik der Grünen und der Christdemokraten im Europaparlament verständigt. Grüne und Christdemokraten waren für strengere Regeln auch in der EU eingetreten. Das Straßburger EU-Parlament hat am Mittwoch mit klarer Mehrheit dem mit insgesamt mit 17,5 Milliarden Euro ausgestatten 6. Forschungsrahmenprogramm zugestimmt, das keine Aussagen zum Umgang mit so genannten überzähligen Embryonen und embryonalen Stammzellen macht. Damit bleibt dieser Bereich in der EU völlig ohne Regeln.

Gestrichen wurde auf Druck des Ministerrats ein klares Förderungsverbot für Forschungsvorhaben, die auf das Klonen von menschlichem Erbmaterial zu Reproduktionszwecken abzielen. EU-Forschungskommissar Philippe Busquin hat in der Vergangenheit keinen Zweifel daran gelassen, dass er bereit ist, die umstrittene Stammzellenforschung zu fördern. Dessen ungeachtet müssen sich deutsche Forscher an die Vorgaben des Bundestags halten, der die Forschung strengen Regeln unterworfen hat. Dies gilt auch für internationale Forschungsprogramme mit Embryonen, an denen sich deutsche Wissenschaftler in Zukunft nicht mehr beteiligen können. In der Mehrheit der Mitgliedsländer der Europäischen Union ist die Forschung mit embryonalen Stammzellen dagegen erlaubt.

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