Politik : EU setzt auf Wahlsieg der Pro-Europäer in Serbien

Brüssel - Die EU-Außenminister hoffen nach dem Rücktritt des serbischen Ministerpräsidenten Vojislav Kostunica auf einen Wahlsieg der pro-europäischen Partei von Präsident Boris Tadic. „Wir hoffen, dass die serbische Regierung pro- europäisch wird. Unsere Hand bleibt ausgestreckt,“ sagte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn am Montag zu Beginn des Außenministertreffens in Brüssel. „Ich will hoffen, dass diejenigen, die an der europäischen Perspektive Serbiens festhalten, die Oberhand gewinnen“, sagte auch sein deutscher Amtskollege Frank-Walter Steinmeier.

Am Montag ersuchte die serbische Regierung formell Staatschef Tadic, für den 11. Mai Neuwahlen anzusetzen. Ein Wahlerfolg von Tadics prowestlicher Partei DS würde auch die Lage in der abtrünnigen Provinz Kosovo etwas entspannen. Zwar lehnen auch Tadic und die DS die völlig Unabhängigkeit der mehrheitlich von Albanern bewohnten Region ab. Sie sehen aber dennoch die Zukunft Serbiens in Europa.

16 EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien, haben die staatliche Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt. Vier weitere Staaten werden, so haben sie angekündigt, nachfolgen. Malta und Portugal sind noch unentschieden. Dagegen lehnen Griechenland, Zypern, Spanien, Rumänien und die Slowakei zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Anerkennung ab. tog

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