EU-Vorsitz : Spanien will Europas Terrorabwehr optimieren

Durch Arbeitsteilung und bessere Vernetzung will Spanien während der gerade übernommenen EU-Ratspräsidentschaft die europaweite Terrosismusbekämpfung verbessern.

Spanien will während seines EU-Vorsitzes eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus erreichen. Madrid beabsichtige die Bildung eines Komitees, das die Arbeit der verschiedenen Terror-Abwehrzentren der EU-Mitgliedsstaaten bündeln soll, sagte der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba nach Medienberichten. Einem solchen Vorhaben komme angesichts der jüngsten Ereignisse eine besondere Relevanz zu, sagte er in Hinblick auf das vereitelte Flugzeug-Attentat von Detroit.

Nach Informationen der Zeitung El País haben sich der Initiative Spaniens bereits acht Länder angeschlossen: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Italien und Portugal. Ziel sei, mit einem direkten und schnellen Informationsaustausch über mutmaßliche Terroristen und potenzielle Anschlagziele eine bessere Koordination zu erreichen.

Auch solle eine Arbeitsteilung zwischen den Fahndern der verschiedenen Länder erzielt werden. "Es macht keinen Sinn, wenn wir alle ständig zur gleichen Zeit das Internet nach Terrorgefahren durchsuchen. Besser wäre es, die Arbeit aufzuteilen und die Ergebnisse dann auszutauschen", zitierte die Zeitung einen Verantwortlichen des Madrider Innenministeriums. Das Antiterror-Komitee solle einen rotierenden Vorsitz bekommen und sich alle sechs Monate treffen. Der EU-Verantwortliche für die Antiterror-Politik, Gilles de Kerchove, sei von Anfang an in die Pläne Spaniens eingebunden worden, erklärte Innenminister Pérez Rubalcaba.

Spanien hatte nach den islamistischen Anschlägen vom 11. März 2004 in Madrid ein nationales Terror-Abwehrzentrum gebildet. Die Ermittlungen hatten ergeben, dass es im Vorfeld zwischen Polizei, Guardia Civil und Geheimdienst große Lücken beim Austausch relevanter Informationen über die terroristische Bedrohung gegeben hatte. Bei den Bombenanschlägen auf mehrere Nahverkehrszüge im Raum Madrid waren damals 191 Menschen getötet und mehr als 1800 verletzt worden. Spanien hat bis zum 30. Juni die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar