Euro-Krise : Verletzte bei Protesten gegen Sparkurs in Madrid

30.09.2012 07:59 Uhr
  • In der Nacht zu Sonntag, dem 30. September, sind in Spanien erneut Proteste gegen die Sparmaßnahmen der Regierung eskaliert. Foto: dapd
    In der Nacht zu Sonntag, dem 30. September, sind in Spanien erneut Proteste gegen die Sparmaßnahmen der Regierung eskaliert. - Foto: dapd
  • Das staatliche Fernsehen meldete zwei Verletzte und zwölf Festnahmen. Foto: Reuters
    Das staatliche Fernsehen meldete zwei Verletzte und zwölf Festnahmen. - Foto: Reuters
  • Die Sicherheitskräfte setzten Schlagstöcke ein, mehrere Demonstranten warfen Steine und Flaschen. Foto: dpa
    Die Sicherheitskräfte setzten Schlagstöcke ein, mehrere Demonstranten warfen Steine und Flaschen. - Foto: dpa

Nach friedlichen Demonstrationen zehntausender Spanier und Portugiesen gegen die Sparmaßnahmen ihrer Regierungen ist der Protest in Madrid in der Nacht zum Sonntag in Gewalt umgeschlagen.

Die Polizei in der spanischen Hauptstadt versuchte gegen Mitternacht, die noch ausharrenden Demonstranten zu zerstreuen. Die Sicherheitskräfte setzten Schlagstöcke ein, mehrere Demonstranten warfen Steine und Flaschen. Das staatliche Fernsehen meldete zwei Verletzte und zwölf Festnahmen.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP berichtete, Polizisten hätten einen Demonstranten hart geschlagen und dieser sei mit einem Krankenwagen abtransportiert worden. Bei Kundgebungen am Dienstag waren mehr als 60 Menschen verletzt worden, 38 wurden festgenommen. Auch am Mittwoch war es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Die Proteste am Sonnabend waren hingegen bis in die Nacht friedlich verlaufen.

Die Demonstranten in Madrid marschierten zum dritten Mal in einer Woche zum Parlament, um ihrem Ärger über Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen Luft zumachen. Mit Parolen wie „Feuert sie, feuert sie“ forderten sie den Rücktritt der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy.

Die Proteste in Bildern:

Auch in Lissabon, wo der Gewerkschaftsverband zu Protesten gegen die Sparpläne der Regierung aufgerufen hatte, gingen Tausende Menschen auf die Straße. Die portugiesische Regierung hat im Gegenzug für das 78-Milliarden-Euro Rettungspaket an ihr Land einschneidende Sparmaßnahmen umgesetzt. In Spanien hatte die Regierung erst am Donnerstag für 2013 ihre bisher drastischsten Kürzungen sowie neue Sparmaßnahmen zur Bewältigung der Krise angekündigt. Der Haushaltsentwurf für das kommende Jahr sieht Einsparungen von 40 Milliarden Euro vor, am Sonnabend wurde bekannt, dass die gesamtstaatlichen Schulden von geschätzten 85,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem auf ein Rekordniveau von 90,5 Prozent im kommenden Jahr steigen werden. (dapd)

Video: Weitere Rosskur für Spanien

Umfrage

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück möchte bei einem Wahlsieg das umstrittene Betreuungsgeld kippen. Wären Sie für die Abschaffung?

Service

Grüne Geschäfte - Der Blog

Wir können's besser: Für eine Wirtschaft, die Ressourcen und Klima schont
Der Blog von Tagesspiegel-Autorin Dagmar Dehmer und der Zeit-Online-Autorin Marlies Uken.

Rechtsextremismus in Deutschland

Weitere Themen

Todesopfer rechter Gewalt

Krankenkassen-Vergleich

Foto:

• Beitragsrechner
• Versicherungsvergleich
• Tipps zum Wechsel

Der schnelle Weg zur günstigen Krankenkasse.

Hier vergleichen