Politik : Europa erreicht den Mars – doch „Beagle“ funkt nicht

Raumsonde schwenkt in Umlaufbahn ein, aber der Landeroboter könnte zerschellt sein / Forscher bleiben dennoch optimistisch

Thomas de Padova

Darmstadt/Berlin. Mit „Mars-Express“ hat erstmals ein europäisches Raumfahrzeug einen unserer Nachbarplaneten erreicht. Die Raumsonde schwenkte in der Nacht zum ersten Weihnachtstag in eine lang gestreckte Umlaufbahn um den Mars ein. „Wir sind darüber sehr glücklich“, sagte Michael McKay, der den Flugbetrieb leitet, dem Tagesspiegel. Auch für den Berliner Geologen Gerhard Neukum, der die Kamera für die Raumsonde gebaut hat, war dies ein „wunderschönes Weihnachtsgeschenk“.

Die Freude einiger Mitarbeiter der Europäischen Weltraumorganisation Esa im Kontrollzentrum in Darmstadt war allerdings getrübt. Denn sie versuchten vergeblich, den kleinen Mars-Landeroboter „Beagle“ mit Hilfe einer amerikanischen Raumsonde auf der Oberfläche des Planeten zu orten. Auch an den beiden folgenden Weihnachtsfeiertagen drang kein Funksignal vom Mars zu ihnen vor. „Ich bleibe trotzdem optimistisch“, sagte McKay. „Wir wussten im Vorhinein, dass wir mehrmals versuchen müssten, den Funkkontakt herzustellen.“

Das kleine Landegerät hat nicht genügend elektrische Energie, um seine Funksignale direkt zur Erde zu schicken. Es kann damit nur eine der Raumsonden erreichen, die den Mars umkreisen: die amerikanische Raumsonde „Mars-Odyssey“ und in wenigen Tagen auch möglicherweise die europäische Raumsonde „Mars-Express“. Letztere muss ihre weite Flugbahn in den kommenden Tagen erst einmal Stück für Stück verringern. Erst Anfang Januar wird sie den endgültigen Orbit erreichen und dann in nur noch 250 Kilometern Höhe über die Marsoberfläche hinwegfliegen. Eine digitale Kamera soll den Forschern dann dreidimensionale Ansichten des Mars liefern, ein Radargerät den Untergrund des Planeten bis zu fünf Kilometer tief durchleuchten.

Auf ein Funksignal von „Beagle“ aber werden die Forscher vielleicht noch lange vergeblich warten. Es könnte sein, dass das riskante Landemanöver missglückt und der Roboter beim Aufprall auf dem Marsboden zu Bruch gegangen ist.

0 Kommentare

Neuester Kommentar