Politik : Europa puzzelt sich zusammen - und das ohne großes Aufsehen (Meinung)

cvm

Welche Phase ist entscheidend beim Zusammenfügen eines Puzzles? Das Bereitlegen der Eckstücke, die erste durchgehende Verbindung von Rand zu Rand oder das Einfügen des letzten Teilchens? Europa tut gerade einen großen Schritt auf dem Weg zu sicherheitspolitischer Handlungsfähigkeit. Doch das Treffen der WEU-Minister in Luxemburg findet wenig Beachtung. Denn weder geht es um Grundsteinlegung. Längst gibt es das Eurokorps, die Kooperation der europäischen Nato-Partner und die Petersberger Beschlüsse, nach denen sie Nato-Ressourcen für nicht Nato-geführte Interventionen nutzen dürfen. Und neuerdings Javier Solana als Repräsentanten der gemeinsamen Sicherheitspolitik. Die Eingliederung der WEU in die EU ist aber auch nicht der krönende Schlussstein. Erst wenn das Puzzle in einigen Jahren vollendet ist, wird die EU nicht mehr ohnmächtig zusehen müssen, wenn in Europa Vertreibungskriege geführt werden. Herausforderungen wie Bosnien und Kosovo wird sie dann ohne die USA bestehen können. Das Beruhigende dabei: Je glaubwürdiger Europa potenziellen Friedensstörern seine Interventionsfähigkeit vermittelt, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit, dass es die Soldaten in Marsch setzen muss.

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