Politik : Europäer und Amerikaner haben die gleichen Ängste

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Berlin - Amerikaner und Europäer rücken näher zusammen bei der Bewertung der internationalen Lage. Das ist das Ergebnis der „Transatlantic Trends 2006“, einer jährlichen Umfrage des German Marshall Funds zu transatlantischen Befindlichkeiten. Demnach sehen inzwischen 66 Prozent der Europäer den internationalen Terrorismus als „extrem wichtige Gefahr“ (2005: 58 Prozent), während Amerikaner sogar zu 79 Prozent dieser Meinung sind. Beide Seiten sind sich auch einig, dass diese Bedrohung vor allem vom islamischen Fundamentalismus ausgeht (Europa: 52 Prozent, USA: 58 Prozent). Aber auch das iranische Atomprogramm wird von 75 Prozent der Amerikaner und 58 Prozent der Europäer als „sehr wichtige Gefahr“ gesehen, größer noch als die instabile Lage im Irak. Eine Annäherung gibt es auch bei der Bewertung der Außenpolitik von US-Präsident George W. Bush. Zum ersten Mal in Bushs Regierungszeit halten diese auch eine Mehrheit der Amerikaner für verfehlt. Eine große Mehrheit auf beiden Seiten des Atlantiks befürwortet weitere diplomatische Anstrengungen, um den Iran von der Bombe abzubringen. Sollte dies fehlschlagen, sprechen sich 53 Prozent der Amerikaner für Militärschläge aus. Eine Meinung, der sich immerhin 45 Prozent der Europäer anschließen können – und eine Mehrheit von 54 Prozent der Franzosen. Auf beiden Seiten des Atlantiks gibt es auch eine hohe Bereitschaft, bürgerliche Freiheiten zugunsten von mehr Sicherheit einzuschränken, etwa bei der Überwachung von Telefonen oder E-Mail-Verkehr. clw

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