Europäische Schuldenkrise : Spaniens Arbeitslosigkeit wird weiter steigen

Spanien ruscht tiefer in die Krise. Die Regierung in Madrid rechnet damit, dass die ohnehin hohe Arbeitslosigkeit und Neuverschuldung weiter steigen werden.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat keine guten Neuigkeiten. Sein Land muss mehr Schulden machen als geplant
Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat keine guten Neuigkeiten. Sein Land muss mehr Schulden machen als geplantFoto: AFP

Die Arbeitslosigkeit in Spanien wird nach Erwartung der Regierung weiter steigen. Das Land muss ohnehin schon mit der höchsten Arbeitslosenquote in Europa kämpfen. Sein Land werde in diesem Jahr eine Arbeitslosenquote von 24,3 Prozent erreichen, erklärte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Freitag in Madrid Regierungschef Mariano Rajoy sagte auf dem EU-Gipfel in Brüssel, Spanien werde zudem mehr Schulden machen müssen als bislang geplant.

In Spanien waren im vergangenen Jahr bereits fünf Millionen Menschen ohne Arbeit, die Quote erreichte damit nach Angaben der Statistikbehörde 22,85 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei fast 50 Prozent. In diesem Jahr würden weitere 630.000 Menschen ihren Job verlieren, sagte Wirtschaftsminister de Guindos in Madrid voraus.

Regierungschef Rajoy sagte in Brüssel, dass angesichts dieser Entwicklung das Haushaltsziel 2012 nicht zu erreichen sei. Statt den gegenüber der EU-Kommission zugesicherten 4,4 Prozent werde die Neuverschuldung 2012 bei 5,8 Prozent liegen. Er nannte diesen Wert angesichts der wirtschaftlichen Lage "vernünftig".

Die Regierung in Madrid hatte schon Anfang der Woche einräumen müssen, dass das Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr bei 8,5 Prozent der Wirtschaftsleistung lag und nicht wie angestrebt bei sechs Prozent. Rajoy soll laut Diplomaten auf dem EU-Gipfel versucht haben, von Europa mehr Flexibilität beim Erreichen der Haushaltsziele zu bekommen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte jedoch, es habe "keine Debatte über eine wie auch immer geartete Lockerung" gegeben. (AFP)

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