Europäisches Projekt : Deutschland unterschreibt Erklärung zur Drohnenentwicklung

Ab 2025 soll sie zur Verfügung stehen: eine erste bewaffnungsfähige Drohne. Deutschland, Frankreich und Italien haben nun in Brüssel eine entsprechende Erklärung unterschrieben. An der Entwicklung arbeiten Airbus und Dassault mit.

Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, seine deutsche Amtskollegin Ursula von der Leyen und die italienische Außenministerin Roberta Pinotti sind sich einig.
Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, seine deutsche Amtskollegin Ursula von der Leyen und die italienische...Foto: Julien Warnand/dpa

Deutschland, Frankreich und Italien beginnen mit der Entwicklung einer bewaffnungsfähigen Aufklärungsdrohne. „Ziel der Eurodrohne ist, dass wir europäisch selber entscheiden, was wir aufklären, wo wir die Eurodrohne einsetzen und wie wir die Eurodrohne einsetzen“, sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Montag zur Unterzeichnung einer Absichtserklärung in Brüssel. Es sei zudem wichtig, das entsprechende Fachwissen und die Spitzentechnologie in Europa zu haben. Europa steigt damit in die Konzeption größerer Drohnen ein, bei denen es bislang von den USA und Israel abhängig ist. Die europäische Drohne soll nicht nur zu Aufklärungszwecken eingesetzt werden, sondern nach Angaben von EU-Diplomaten auch Waffen tragen können. An der Entwicklung arbeiten die Firmen Airbus, Dassault und Alenia Aermacchi mit.

Wenn alles nach Plan läuft, steht die neue Drohne ab 2025 zur Verfügung. In einer ersten Projektstufe soll nun bis Ende 2017 mit einer Studie geklärt werden, was sie genau können soll. Grundsätzlich können Drohen der sogenannten MALE-Klasse 5000 bis 15.000 Meter hoch fliegen und sich 24 Stunden oder sogar länger in der Luft halten.

Die Kosten für die erste Studie werden auf rund 60 Millionen Euro geschätzt, die sich die drei Initiatoren teilen wollen. Inklusive Mehrwertsteuer fallen für Deutschland rund 23 Millionen Euro an. Länder wie Polen und Spanien haben nach Angaben des französischen Verteidigungsministers Jean-Yves Le Drian bereits signalisiert, dass sie sich später an dem Projekt beteiligen wollen. (dpa/rtr)

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