Politik : Europarat fordert mehr Schutz für inhaftierte Jugendliche

Jugendliche Häftlinge sollen nach einer Forderung des Europarates besser vor Polizeigewalt, Folter und Misshandlungen in Haftanstalten geschützt werden. Dies fordert das Antifolter-Komitee des Europarates in seinem Jahresbericht 1998, der am Dienstag in Straßburg vorgelegt wurde.

Das Risiko von Folter und Misshandlung sei kurz nach der Festnahme am größten, hieß es in dem Bericht der Menschenrechtsexperten. Daher sollte das Recht der Jugendlichen, wie auch der Erwachsenen, auf Benachrichtigung eines Anwalts, eines Arztes und von Familienmitgliedern respektiert werden.

Das Komitee kritisierte die in einigen Ländern beobachtete Praxis, jugendliche mit erwachsenen Häftlingen zusammen einzusperren. "Häufig werden Jugendliche nicht vor Misshandlungen durch Erwachsene geschützt", hieß es in dem Bericht weiter. Auch in psychiatrischen Anstalten würden Jugendliche häufig mit erwachsenen Geisteskranken in gemeinsamen Zellen festgehalten. Die Menschenrechtsexperten des Komitees forderten außerdem, Jugendlichen in den Haftanstalten eine sinnvolle Beschäftigung zu geben und ihnen den Zugang zu handwerklicher Tätigkeit und Sport zu ermöglichen.

Das Antifolter-Komitee hat im vergangenen Jahr routinemäßig Polizei-Dienststellen und Haftanstalten in 13 der 41 Mitgliedsländer des Europarates auf menschenwürdige Behandlung hin überprüft.

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