• Europaweite Proteste gegen Sparpolitik: Ausschreitungen bei Generalstreiks in Spanien und Italien
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Europaweite Proteste gegen Sparpolitik : Ausschreitungen bei Generalstreiks in Spanien und Italien

Proteste haben die Wirtschaft und das öffentliche Leben in den Euro-Krisenländern am Mittwoch teilweise zum Stillstand gebracht. Die Fluggesellschaften hatten vorsorglich hunderte Flüge gestrichen oder verlegt. In Spanien gab es erste Festnahmen.

Die ganztägigen Generalstreiks in Portugal und Spanien wurden in der Nacht zum Donnerstag von schweren Krawallen überschattet. Es gab mehrere Verletzte, über 120 Menschen wurden festgenommen. Auch Müllcontainer und Autoreifen steckten die Demonstranten in Brand.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dapd
14.11.2012 11:42Die ganztägigen Generalstreiks in Portugal und Spanien wurden in der Nacht zum Donnerstag von schweren Krawallen überschattet. Es...

Bei landesweiten Protesten gegen die Sparpolitik der Regierungen ist es am Mittwoch in Spanien und Italien zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. In Turin schlugen Autonome am Rande einer Protestkundgebung auf einen Polizisten ein und brachen ihm den Arm, wie italienische Medien berichteten. Fünf weitere Beamte wurden bei Zusammenstößen in Mailand demnach verletzt.

In Madrid ging die Polizei mit Schlagstöcken gegen hunderte Demonstranten vor, die gewaltsam eine Polizeiabsperrung zum Plaza de Cibeles im Stadtzentrum durchbrechen wollten, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Gleichzeitig gaben die Beamten mit Gummigeschossen Warnschüsse in die Luft ab.

Ein Solidaritätstag des Europäischen Gewerkschaftsbundes aus Protest gegen die Sparpolitik sorgt in mehreren EU-Ländern für massive Arbeitsniederlegungen sowie Verkehrsprobleme. In den Euro-Krisenländern Spanien und Portugal begannen Mittwoch landesweite, 24-stündige Generalstreiks, während die Beschäftigten in Italien und Griechenland zu mehrstündigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen waren. In Belgien beteiligen sich die Eisenbahner an der Streikaktion, zudem haben die Fluggesellschaften viele Spanien- und Portugal-Flüge abgesagt.

Europaweite Proteste gegen Sparpolitik
Die ganztägigen Generalstreiks in Portugal und Spanien wurden in der Nacht zum Donnerstag von schweren Krawallen überschattet. Es gab mehrere Verletzte, über 120 Menschen wurden festgenommen. Auch Müllcontainer und Autoreifen steckten die Demonstranten in Brand.Weitere Bilder anzeigen
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14.11.2012 11:42Die ganztägigen Generalstreiks in Portugal und Spanien wurden in der Nacht zum Donnerstag von schweren Krawallen überschattet. Es...

Mit Beginn eines Generalstreiks in Spanien sind nach Angaben des Innenministeriums 32 Menschen nach kleineren Auseinandersetzungen festgenommen worden. 15 Personen mussten wegen Verletzungen behandelt werden. Nach Angaben der Gewerkschaften lag die Beteiligung an dem zweiten Generalstreik in diesem Jahr in der Automobilindustrie, im Schiffsbau, in der Bau- und der Energiewirtschaft bei fast hundert Prozent. Eine Sprecherin des Innenministeriums, Cristina Diaz, wollte das am Mittwoch nicht bestätigen. Von dem Ausstand sei im Transportwesen und in den Großmärkten fast nichts zu spüren. Der Energieverbrauch sei um elf Prozent gesunken.

Die Demonstranten wollen auch ihrem Ärger über Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Luft machen. Die hat nach eigenen Angaben kein Problem damit, wenn gegen ihre Person und ihre Politik demonstriert wird. Zu den großen Errungenschaften Europas gehöre das Demonstrationsrecht, sagte die Kanzlerin am Dienstagabend auf einer CDU-Regionalkonferenz in Ludwigshafen. Mit Blick auf Portugal, wo es am Montag während ihres Besuchs zu Protesten gekommen war, fügte sie hinzu, europaweit gebe es einen Konsens über demokratische Freiheiten.

DGB-Chef Michael Sommer hat anlässlich der Generalstreiks in Spanien und Portugal die Sparpolitik erneut als falsches Mittel gegen die Krise angeprangert und eine Politik des sozialen Ausgleichs in Europa gefordert. Die Euro-Krisenländer würden „kaputtgespart“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur. „Wir wollen die richtigen Maßnahmen gegen die Krise“, sagte Sommer weiter.

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