• Evangelische Bischöfe sehen im Karfreitag Grundstein für Hoffnung und die Chance für Neuanfänge

Politik : Evangelische Bischöfe sehen im Karfreitag Grundstein für Hoffnung und die Chance für Neuanfänge

Evangelische Bischöfe haben in ihren Predigten am Karfreitag die Kreuzigung Jesu als Grundstein für ein Leben in Hoffnung und Zuversicht bezeichnet. Der Karfreitag als Leidenstag Christi sperre sich gegen oberflächliche Wohlfühl-Sehnsucht, sagte die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen im Michel. Es sei auch manchen Christen unbegreiflich, warum Gott seinen eigenen Sohn kreuzigen ließ. Nach biblischem Verständnis habe er damit die Menschen von ihren eigenen Nöten und Beschwernissen befreien wollen.

In einer Welt, die auf "Wellness und Fitness" gestimmt sei, bleibe der Karfreitag ein "Fremdkörper", sagte der Lübecker Bischof Karl Ludwig Kohlwage. Die Geschichte vom Leiden Jesu sei nicht glatt und stromlinienförmig. Sie könne aber hilfreich sein für Menschen, die ein böses Geschick treffe.

Der Magdeburger evangelische Bischof Axel Noack rief dazu auf, die Augen nicht vor Leid und Unrecht auf der Welt zu verschließen. Das Osterfest erinnere an Tod und Auferstehung von Jesus Christus und ermuntere dazu, die Not anderer nicht zu verdrängen, sagte er. Der anhaltinische Kirchenpräsident Helge Klassohn forderte, den Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit zu verstärken.

Das Kreuz sei Zeichen der "unermesslichen Liebe des Schöpfers der Welt", unterstrich der badische Landesbischof Ulrich Fischer in Heidelberg. Es sei nicht Marterwerkzeug des Todes, sondern Baum des Lebens. Jesu Sterben am Kreuz bedeute nicht das tragische Ende eines edlen Menschen, sondern den Durchgang zum Leben. Der Braunschweiger Landesbischof Christian Krause erinnerte an die "Passion überall in der Welt" und rief dazu auf, leidenden Menschen vom eigenem Vertrauen abzugeben. Viele warteten auf ein stärkendes Wort, das sie nicht vertröste, sondern tröste, sagte Krause. Die Karfreitagsbotschaft von der Kreuzigung sei keine Sterbens-, sondern eine Lebensbotschaft.

Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich rief die Christen zum Osterfest dazu auf, im Vertrauen auf die Auferweckung Jesu die Chance zu persönlichen, gesellschaftlichen und politischen Neuanfängen wahrzunehmen. Die österliche Botschaft ermutige dazu, trotz Erfahrungen des Scheiterns, der Schuld und des Todes nicht zu resignieren, heißt es in einem "Brief an die Gemeinden". Als Beispiel für den politischen Bereich nannte Friedrich die Aufgabe, das gesellschaftliche Klima für Familien in Deutschland positiver zu gestalten und zu Gunsten der Kinder zu verbessern.

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