Politik : Ex-Ärztekammerchef Huber berät nun die Linkspartei

Matthias Meisner

Berlin - Ellis Huber, früherer Präsident der Berliner Ärztekammer und Krankenkassenchef, wird Berater der Linkspartei/PDS-Fraktion im Bundestag. Der Bundestagsabgeordnete Frank Spieth bestätigte dem Tagesspiegel, Huber solle helfen, ein neues gesundheitspolitisches Konzept zu entwickeln. Schon vor Jahren hatte sich Huber mit kritischen Tönen zum deutschen Gesundheitswesen einen Namen gemacht, Krankenkassen, Verbände und Politiker scharf ins Visier genommen. Eckpunkte der Huber-Überlegungen sollen auf einer Tagung der Linksfraktion unter dem Titel „Solidarische Krankenversicherung 2020“ am 6. Oktober in Berlin diskutiert werden.

Huber war von 1987 bis 1999 Präsident der Berliner Ärztekammer, wegen „moralisierender Zuspitzungen“ geriet er bei einem Teil seiner Kollegen in Misskredit. Später war er Geschäftsführer und Vorstandschef der Securvita- Krankenversicherung in Hamburg. Dort schied er Ende vergangenen Jahres aus, auf eigenen Wunsch, wie es hieß. Die gesetzliche Krankenkasse macht sich seit langem für Alternativen im Versicherungs- und Gesundheitswesen stark. Neben Huber sollen weitere Experten die Fraktion beraten – darunter Rolf Rosenbrock vom Wissenschaftszentrum Berlin, Mitglied des Gesundheits-Sachverständigenrates.

Spieth, gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion, sagte, Hubers Vorstellungen seien für die Linke „inhaltlich attraktiv“. Er erinnerte daran, dass die Fraktion Anfang Juli ein Konzept für eine gerechte Finanzierung der Krankenversicherung beschlossen habe. Grundsätzlich will die Linksfraktion, dass alle Einkommen zur Beitragszahlung in der gesetzlichen Krankenversicherung herangezogen werden. Jetzt gehe es um einen „Wertekanon“, um die Krankenversicherung „zukunftsfest“ und für alle attraktiv zu machen, sagte Spieth.

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