Politik : Ex-DDR-Kulturminister verlässt die PDS

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Berlin (m.m.). Der frühere DDRKulturminister Dietmar Keller ist aus der PDS ausgetreten. Keller, von 1990 bis 1994 Bundestagsabgeordneter und einer der wichtigsten Reformer in seiner Partei, verließ die PDS gemeinsam mit seiner Frau Marlies, geborene Deneke. Sie war von 1990 an zwei Jahre lang stellvertretende Vorsitzende der SED-Nachfolgepartei. Keller, zuletzt bis zum Jahr 2000 enger Berater des damaligen PDS-Fraktionschefs Gregor Gysi, sagte dem Tagesspiegel, schon vor der Bundestagswahl hätten er und seine Frau ihre Beitragszahlungen an die PDS eingestellt. Er habe in der DDR den Fehler gemacht, nicht aus der SED ausgetreten zu sein. „Diesen Fehler möchte ich mir nicht noch einmal vorwerfen lassen.“ Schon vor der Wahl habe die PDS in ihrem Erscheinungsbild und in ihrer Entwicklung „alles bestätigt, was ich in der SED erlebt hatte. Das wollte ich mir nicht noch einmal antun.“ Erst nach dem Bundesparteitag der PDS in Gera, der mit einer Niederlage des Reformflügels endete, teilte Keller seinen Schritt der Führung offiziell mit. Mit Gera sei „alles noch viel schlimmer gekommen, als ich es überhaupt für möglich gehalten habe“.

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