Politik : Ex-Innenminister erliegt Verletzungen

Zwei Tage nach seinem Selbstmordversuch ist der als Kriegsverbrecher angeklagte frühere serbische Innenminister Vlajko Stojiljkovic am späten Samstagabend gestorben. Der 65-jährige hatte sich am Donnerstagabend vor dem jugoslawischen Bundesparlament in Belgrad mit seiner Pistole in den Kopf geschossen. Der ehemalige jugoslawische Generalstabschef Dragoljub Ojdanic kündigte an, dass er sich freiwillig dem UN-Tribunal in Den Haag stellen wolle, was von seinem Anwalt jedoch dementiert wurde.

Die oppositionelle Sozialistische Partei (SPS) bezeichnete am Sonntag den Selbstmord von Stojiljkovic als "politischen Protest" gegen die "verräterische" Politik der demokratischen Regierung in Belgrad und "Urteil" gegen das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Stojiljkovic habe es nicht zugelassen, dass Feinde, gegen die er gekämpft habe, ihm einen Prozess machten, heißt es in einer SPS-Erklärung. Stojiljkovic galt als einer der ergebendsten Mitarbeiter des in Den Haag inhaftierten Ex-Präsident Slobodan Milosevic.

Die Tat des früheren Innenministers folgte nur Stunden auf die Verabschiedung eines Gesetzes zur Zusammenarbeit mit dem Haager Tribunal durch das Parlament. Wegen Kriegsverbrechen angeklagten Bürgern Jugoslawiens droht jetzt die Auslieferung. Stojiljkovic beschuldigte in seinem Abschiedsbrief die demokratische Regierung in Belgrad, ihn in den Tod getrieben zu haben.

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