Politik : Ex-Minister auf Abwegen

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Auf den Festakt der Bundeswehr fällt ein Schatten: Gleich zwei ExVerteidigungsminister haben sich in ultrarechte Gefilde begeben. CDU-Mann Rupert Scholz und der Sozialdemokrat Hans Apel gaben kürzlich der „Deutschen Militärzeitschrift“ (DMZ) Interviews. In der Ausgabe vom März/April, in der Scholz eine „Nationalgarde“ fordert, findet sich eine Anzeige des NPD-Verlags „Deutsche Stimme“. Außerdem präsentiert die DMZ glorifizierende Texte über die Waffen-SS. Scholz sagte dem Tagesspiegel, es sei ein Fehler gewesen, sich mit der DMZ einzulassen. „Ich wusste nicht, dass Rechtsradikales dahintersteckt“. Hans Apel, der sich in der DMZ vom Mai/Juni äußerte, gab an, er habe vor dem Interview eine Ausgabe erhalten, „die ganz propper aussah“. Vielleicht habe er rechtsextreme Anzeigen übersehen. Apel bekräftige aber die im Interview geäußerte Ansicht, es habe im Krieg auf deutscher Seite „untadelige Helden“ gegeben. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse kritisierte Scholz und Apel. Es sei bedauerlich, wenn angesehene politische Persönlichkeiten „nicht die nötige Sorgfalt walten lassen bei der Auswahl der Zeitschriften, denen sie Interviews geben“. fan

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