Politik : Ex-Präsident Garcia gewinnt Wahl in Peru

Sandra Weiss

Montevideo - Der sozialdemokratische Ex-Präsident Alan Garcia wird erneut Peru regieren. Der 57-Jährige erreichte einem Zwischenergebnis zufolge bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag 55 Prozent, während der nationalistische Ex-Offizier Ollanta Humala auf 45 Prozent kam.

Garcia trägt eine schwere Erblast: Während seiner Regierungszeit von 1985 bis 1990 verschärfte sich der Bürgerkrieg, das Andenland schlitterte in eine schwere Finanzkrise mit Hyperinflation. Garcia wetterte damals gegen die Oligarchie und den Internationalen Währungsfonds, stellte den Schuldendienst ein und verstaatlichte die Banken. Offenbar noch mehr verschreckte die 16,5 Millionen wahlberechtigten Peruaner aber Humala, der – ähnlich wie vor 21 Jahren Garcia – eine linksnationalistische „Politik für die Armen“ versprochen und dafür viel Unterstützung von den Präsidenten Hugo Chavez aus Venezuela und Evo Morales aus Bolivien erhalten hatte.

„Das ist kein Blankoscheck für Garcia, er wird nun eine drastisch andere Politik machen müssen als damals“, warnte der Analyst Augusto Alvarez. Aufatmen dürften die USA, die in Garcia das geringere Übel sahen. Humala hatte sich dagegen der antiamerikanischen, linksnationalistischen Achse, die von Havanna über Caracas bis nach La Paz reicht, angeschlossen.

Garcia, der sein Amt am 28. Juli antritt, übernimmt eine dank hoher Weltmarktpreise für Rohstoffe robust wachsende Wirtschaft. Doch die sozialen Herausforderungen sind immens. Der Reichtum kommt nur wenigen zugute, noch immer lebt die Hälfte der 28 Millionen Peruaner in Armut. Der Sozialdemokrat hat einen „gemäßigten und moderaten Wandel“ versprochen, Details jedoch vage gelassen. Erste Herausforderung wird die Suche nach einer stabilen Mehrheit im Kongress sein.

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