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Ex-Präsident vor Gericht : 61 Verletzte bei Zusammenstößen während Mubarak-Prozess

Am Rande des Prozesses gegen den gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak ist es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen seinen Anhängern und Gegnern gekommen. Der 83-Jährige selbst verfolgte den Prozess vom Krankenbett aus.

Mit dem Urteil wird Mubarak für den Tod von mehr als 800 Demonstranten mit verantwortlich gemacht. Seine Augen verbirgt der Ex-Machthaber im Prozess hinter den dunklen Gläsern einer Sonnenbrille.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dapd
02.06.2012 16:06Mit dem Urteil wird Mubarak für den Tod von mehr als 800 Demonstranten mit verantwortlich gemacht. Seine Augen verbirgt der...

Bei Unruhen vor der nationalen Polizeiakademie in Kairo sind 61 Menschen verletzt worden, elf von ihnen mussten in Krankenhäuser gebracht werden. In dem Gebäude findet der Prozess gegen den früheren ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak statt. Gegner und Anhänger des Angeklagten waren aufeinander losgegangen.

Derweil soll der Prozess gegen den gestürzten ägyptischen Staatschef Husni Mubarak und seine beiden Söhne am 15. August fortgesetzt werden. Der Vorsitzende Richter Ahmed Refaat ordnete am Mittwoch ferner an, dass der 83-jährige Ex-Präsident bis zum nächsten Prozesstag in einem Krankenhaus bei Kairo bleiben muss. Das Verfahren gegen den früheren Innenminister Habib el Adli und sechs ranghohe Polizeioffiziere soll bereits am Donnerstag fortgesetzt werden.

Zum Prozessauftakt hatte Mubarak am Mittwoch auf nicht schuldig plädiert. Der 83-Jährige war am Morgen auf einem Krankenbett in einen Käfig im Prozess-Saal gebracht worden, wie Bilder des Staatsfernsehens zeigten. Dem langjährigen Staatschef, der am 11. Februar unter dem Druck wochenlanger Proteste zurückgetreten war, werden Anordnung von Gewalt gegen Regierungsgegner sowie Korruption und Amtsmissbrauch vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung droht Mubarak die Todesstrafe.

Der 83-Jährige war für den Prozess aus seinem Spital in Scharm el Scheich geholt und von Ärzten begleitet im Hubschrauber nach Kairo gebracht worden. Wegen seines Gesundheitszustandes galt sein Erscheinen vor Gericht bis zuletzt als ungewiss.

Zusammen mit Mubarak sind in dem selben Verfahren auch der frühere Innenminister Habib al-Adli und sechs ehemalige leitende Mitarbeiter aus dessen Ministerium angeklagt. Wegen Korruption und Amtsmissbrauchs müssen außerdem Mubaraks Söhne Gamal und Alaa vor dem Richter erscheinen. Die beiden plädieren ebenfalls auf nicht schuldig.

Mubarak war am 11. Februar nach landesweiten Massenprotesten nach fast 30 Jahren an der Macht abgetreten. Er zog sich in ein Spital im Badeort Scharm el Scheich zurück, wo er formell unter Haft gestellt wurde. Es ist das erste Mal in der Geschichte Ägyptens, dass sich ein ehemaliger Führer des Landes vor Gericht verantworten muss. (AFP/dpa)

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