Ex-Stasi-Leute : Eppelmann und Bohley kritisieren Birthler-Behörde

Die beiden ehemaligen DDR-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann und Bärbel Bohley haben scharfe Kritik an der Beschäftigung früherer Stasi-Mitarbeiter in der Birthler-Behörde geübt.

Berlin - Es sei ein "ärgerlicher Zustand", dass zahlreiche ehemalige Stasi-Leute im Personalrat der Birthler-Behörde vertreten seien, sagte der Vorsitzende der bundeseigenen Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur, Eppelmann, der Online-Ausgabe der Zeitschrift "SuperIllu". "Wer für die Stasi gearbeitet hat, war grundsätzlich Steigbügelhalter und Transmissionsriemen der SED, da gibt es nichts zu deuteln." Solche Menschen sollten nicht gerade an einer "so sensiblen Stelle" arbeiten.

Eppelmann betonte, dass ihm das Ausmaß der Beschäftigung ehemaliger Stasi-Mitarbeiter nicht bekannt gewesen sei. Seine Stiftung sitzt im Berlin im selben Haus wie die Birthler-Behörde. Der Wachschutz, bei dem 41 ehemalige Stasi-Leute arbeiten, ist auch für die Büros der Stiftung Aufarbeitung zuständig.

Bohley: Ex-Stasis können nicht unentbehrlich sein

Ähnlich kritisch äußerte sich Bohley. "Es geht dabei nicht nur um die Möglichkeit, dass Ex-Stasis die Arbeit der Behörde manipulieren könnten. Sondern auch um die Gefühle der Besucher, viele davon ehemalige Verfolgte des SED-Regimes", sagte sie dem Online-Magazin. Sie zeigte wenig Verständnis für die Begründung, frühere Stasi-Mitarbeiter seien aus fachlichen Gründen für die Arbeit der Behörde unentbehrlich.

Die Birthler-Behörde hatte vergangene Woche bestätigt, dass sie derzeit noch 52 ehemalige Mitarbeiter des früheren DDR-Geheimdienstes beschäftigt. 41 davon sind für den Wachdienst tätig, elf weitere seien aus "fachlichen Gründen" für unverzichtbar gehalten worden, wie es in einer Mitteilung hieß. (tso/AFP)

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