Ex-Verteidigungsminister : Guttenberg plant vorerst kein Comeback
20.01.2012 14:17 Uhr- Neuer Look, neuer Versuch. Karl-Theodor zu Guttenberg meldete sich im kanadischen Halifax zurück auf der Bühne der internationalen Politik. - Foto: dapd
- Guttenberg präsentierte sich auf der Sicherheitskonferenz ohne Brille und ohne Gel im Haar. Kritiker könnten ihm vorhalten, dass er nun noch mehr wie Lothar Matthäus aussieht. - Foto: dapd
- Auf der Bühne diskutierte der Ex-Verteidigungsminister mit dem Vorsitzenden der Organisation Human Rights Watch, James F. Hoge (Mitte) und Alan Mendoza von der Henry Jackson... - Foto: dapd
Karl-Theodor zu Guttenberg strebt kein Comeback zur Bundestagswahl 2013 an und will sich längerfristig aus der Öffentlichkeit zurückziehen: Diese Entscheidung gab der über eine Plagiatsaffäre gestürzte Ex-Verteidigungsminister seinen Parteifreunden bekannt, wie CSU-Chef Horst Seehofer am Freitag in München sagte. In einem Brief an die CSU-Mitglieder (hier der Wortlaut) schrieb Guttenberg, er benötige Zeit, um aus seinen Fehlern zu lernen.
Guttenberg galt bis vor einem Jahr in allen Umfragen als beliebtester deutscher Politiker. Zerstört wurde dieses Image durch Vorwürfe, er habe für seine juristische Promotion in großem Stil abgeschrieben. Guttenberg verlor im Zuge dieser Plagiatsaffäre seinen Doktortitel, trat als Verteidigungsminister zurück und legte sein Bundestagsmandat nieder. Zuletzt gab es verstärkte Anstrengungen der CSU-Spitze, Guttenberg für ein rasches Comeback zu gewinnen.
Wie Seehofer sagte, trafen sich die beiden Donnerstagabend in der bayerischen Staatskanzlei. Seehofer hob hervor, dass es Guttenberg alleine um private und nicht politische Gründe gegangen sei. „Ich finde, bei einer so respektablen Entscheidung gibt es keinen Schaden.“ In der CSU gab es fortgeschrittene Überlegungen, Guttenberg in den Wahlkämpfen für die Bundestags- und bayerische Landtagswahl im kommenden Jahr prominent einzusetzen. Seehofer sagte, dass es sich bei der Comeback-Absage nicht um einen endgültigen Rückzug Guttenbergs aus der deutschen Politik handle. Eine Wiederkehr nannte Seehofer allerdings auch nur „eine Option“.
- 1. März 2011: Karl-Theodor zu Guttenberg bei seinem Abgang aus dem Amt des Bundesverteidigungsministers. Die Universität Bayreuth wirft ihm Anfang Mai "vorsätzliches... - Foto: Reuters
- Abschied: Karl-Theodor zu Guttenberg entfernt sich von der Ehrenformation der Bundeswehr. - Foto: dapd
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Die CSU veröffentlichte auch einen an die Parteimitglieder gerichteten Brief Guttenbergs. Darin heißt es, dieser werde „auf lange Sicht“ keine Einladungen zu öffentlichen Veranstaltungen mehr annehmen. Laut Seehofer wird Guttenberg anders als zugesagt außerdem nicht bei der Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst an den Kabarettisten Ottfried Fischer am Samstag in einer Woche in Aachen reden.
Wie Seehofer sagte, wollte Guttenberg noch am Freitag in die USA zurückfliegen, wo er seit einigen Monaten mit seiner Familie lebt.
In seinem Brief räumte Guttenberg ein, selbst Erwartungen an eine Rückkehr in die Politik genährt zu haben. „Rückblickend waren auch die letzten Wochen missglückt, die Vielen, obgleich es nicht meine Absicht war, wie eine Comeback-Inszenierung erschienen.“ Ende November war ein Interviewbuch erschienen, in dem der 40-Jährige ein Comeback nicht ausgeschlossen hatte.
Guttenbergs schrieb weiter, eine Bewerbung um ein Bundestagsmandat im kommenden Jahr wäre nicht der richtige Zeitpunkt. „Und ich habe auch aus meinen Fehlern zu lernen.“, Nicht jede seiner Äußerungen im vergangenen Jahr sei klug gewesen. Eine eigene Parteigründung schloss Guttenberg nun ebenfalls aus. „Die CSU bleibt meine politische Heimat“, heißt es in seinem Brief.
CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt erklärte, es sei nun gut, „die Debatten um Personen einzustellen und uns um die politischen Sachfragen zu kümmern.“ Die Vorsitzende der bayerischen FDP, Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erklärte, es sei gut, wenn der Wahlkampf zur Landtagswahl in Bayern und zur Bundestagswahl 2013 von „Inhalten geprägt wird und nicht von der PR von Karl-Theodor zu Guttenberg.“


















