Ex-Verteidigungsminister : Guttenberg spricht über Rückkehr

Nach der Einstellung des Ermittlungsverfahrens wegen Urheberrechtsverletzung denkt Ex-Verteidigungsminister Guttenberg laut über eine Rückkehr in die Politik nach. Dafür sieht er verschiedene Möglichkeiten.

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Die bestehenden Parteien bedienen große Teile der Bevölkerung nach Ansicht von Karl-Theodor zu Guttenberg "nur noch mit Phrasen und den immer gleichen Scharmützeln".
Die bestehenden Parteien bedienen große Teile der Bevölkerung nach Ansicht von Karl-Theodor zu Guttenberg "nur noch mit Phrasen...Foto: Reuters

Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg liebäugelt ein halbes Jahr nach seinem Rücktritt mit einer Rückkehr in die Politik. Er bleibe ein politischer Mensch und werde sich „sicherlich weiterhin äußern“, sagte Guttenberg in einem Interview mit „Zeit“-Chefredakteur und Tagesspiegel-Herausgeber Giovanni di Lorenzo, das in der aktuellen Ausgabe der „Zeit“ erscheint.

„Ob das mit einer politischen Position verbunden sein wird, muss die Zeit zeigen.“ Im Moment sei die Frage für ihn „gänzlich offen“.“ Offen ließ Guttenberg, der vor kurzem in die USA übergesiedelt war, die Frage, ob er sich für eine neue Partei engagieren könnte. „Ich bin zurzeit Mitglied einer Partei, die einen langen Weg zu gehen hat, um von der Abwärtsbewegung der sogenannten Volksparteien nicht ergriffen zu werden“, sagte der frühere Minister. Der Nachfrage, was das Wort „zurzeit“ bedeuten solle, wich er aus: „Ich möchte es dabei bewenden lassen. Nicht jede Betonung muss bereits eine Drohung sein.“

Guttenberg meldet sich zurück
Neuer Look, neuer Versuch. Karl-Theodor zu Guttenberg meldete sich im kanadischen Halifax zurück auf der Bühne der internationalen Politik.Weitere Bilder anzeigen
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20.11.2011 09:28Neuer Look, neuer Versuch. Karl-Theodor zu Guttenberg meldete sich im kanadischen Halifax zurück auf der Bühne der internationalen...

Der 39-Jährige will aber auf jeden Fall zurückkehren. „Deutschland ist meine Heimat. Dort bin ich fest verwurzelt. Und ich bin viel zu verliebt in diese Heimat, als dass ich ihr einfach so den Rücken kehren könnte.“ Gleichzeitig ließ sich Guttenberg auf ausführliche Erörterungen darüber ein, wie eine solche Neugründung beschaffen sein müsste. Er glaube, dass jede neue Partei „momentan in der Mitte erfolgreicher wäre als am Rand“. Die bestehenden Parteien bedienten die Mitte in den Augen eines erheblichen Teils der Bevölkerung „nur noch mit Phrasen und den immer gleichen Scharmützeln“.

Entscheidend für den Erfolg einer neuen Partei sei eine Programmatik wie ein klares Bekenntnis zu Israel, die gewisse Randgruppen und Querulanten abschrecke, sowie dazu passende Köpfe. Den Menschen mangle es in der Politik generell an Köpfen, „die bereit sind, für Inhalte zu streiten und nicht die Segel streichen, wenn der Wind mal sehr eisig bläst“.

Guttenberg bestreitet weiterhin, dass seine Doktorarbeit ein Plagiat war. Lesen Sie weiter auf Seite 2.

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