Politik : Ex-Vizeadmiral verteidigt Viereck

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Berlin - Im Streit um seine Urlaubsplanung hat der deutsche Befehlshaber der EU-Truppe im Kongo, General Karlheinz Viereck, erstmals prominente Unterstützung erhalten. Der frühere Leiter des Planungsstabs der Bundeswehr im Verteidigungsministerium, Vizeadmiral a. D. Ulrich Weisser, nannte die kritischen Reaktionen auf Vierecks dreitägige Abwesenheit „maßlos überzogen“. Viereck war während der jüngsten schweren Unruhen in Kinshasa im Urlaub gewesen. Weisser sagte dem Tagesspiegel, dass es zwar „nicht besonders sensibel“ sei, zu einem solch kritischen Zeitpunkt die Einsatzzentrale in Potsdam zu verlassen. Generalleutnant Viereck sei aber „kein Commander in the field“, also kein Befehlshaber vor Ort. Er sei immer in der Lage gewesen, die Zentrale in Potsdam innerhalb weniger Stunden wieder zu erreichen. Weisser sagte zudem, Viereck sei ein „untadeliger Mann, der sehr tüchtig ist und bei der Vorbereitung des Kongo-Einsatzes alles mit Bravour bewerkstelligt hat“.

Ein früherer Kamerad Vierecks, der über Einsatzerfahrung verfügt, kritisierte hingegen: „Das ist schlechter Führungsstil. Führen heißt ja nicht nur, die richtigen Befehle zu geben, sondern auch, in kritischen Situationen persönlich Vorbild zu sein.“ Vierecks Verhalten verstoße zwar gegen keine Dienstvorschrift, aber in so einer Situation müsse man im Kreis seines Stabes sein. Ein jüngerer Soldat aus Vierecks Umgebung bezeichnete wiederum die Kritik als völlig überzogen. Wenn Untergebene im Auslandseinsatz zu Hause dringende Probleme zu lösen hätten, bekämen sie Urlaub. Dies müsse auch für den Chef gelten, zumal Viereck via Telefon und eine gesicherte Internetleitung alles im Griff habe. hmt/mue

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