Ex-Wirtschaftsminister : Glos tritt nach

Der Ex-Bundeswirtschaftsminister ist offenbar sauer auf Angela Merkel. Kaum hat er die Regierungsbank verlassen, rechnet er mit der Kanzlerin ab.

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Michael Glos ärgert sich über die Kanzlerin. -Foto: dpa

Berlin/München Der bisherige Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) ist höchst verärgert über Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Bei einer Sitzung der Berliner CSU-Landesgruppe äußerte Glos am Montagabend heftige Kritik an Merkel, wie es am Dienstag von Teilnehmerkreisen hieß. Er warf der CDU-Chefin unter anderem vor, mehr Kontakt zu Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) als zu ihm gesucht zu haben.

Der "Münchner Merkur" (Mittwochausgabe) zitierte Glos mit dem Satz: "Sie hat immer geglaubt, ich hätte von vielen Dingen keine Ahnung. Stattdessen hängt sie an den Lippen von Finanzminister Steinbrück, der sich jeden Satz aufschreiben lassen muss." Er habe sich von der Kanzlerin immer öfter "bewusst missachtet gefühlt".

Glos: "Bin wieder ein freier Mensch"

Glos warf Merkel ferner den Angaben zufolge vor, in der Union Zweifel an seiner Eignung als Wirtschaftsminister genährt zu haben. Vor allem in der CDU sei der Eindruck vermittelt worden, er sei zu dumm, einen Vermerk zu lesen. Dabei habe er sich seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise mit allen Abläufen im Detail befasst - "auch wenn andere das bezweifeln".

Glos bekräftigte dem Zeitungsbericht zufolge, er werde im Sommer auch das Amt des unterfränkischen CSU-Bezirksvorsitzenden abgeben, sein Mandat im Bundestag jedoch behalten und im Herbst 2009 erneut kandidieren. Er fühle sich zwar zu alt, um das Ministerium weiterzuführen, aber jung genug, um im Bundestag weiterzumachen. Mit der Entgegennahme der Entlassungsurkunde bei Bundespräsident Horst Köhler gewinne er seine Freiheit zurück: "Ab Dienstag, 14:15 Uhr, bin ich wieder ein freier Mensch." (ae/ddp)

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