Politik : Exhumierung von Opfern zur Beweissicherung

Aus drei Massengräbern in West-Timor sind 25 Leichen mutmaßlicher Massakeropfer aus Ost-Timor exhumiert worden. Die Leiterin einer Untersuchungskommission der Vereinten Nationen forderte am Freitag, es müsse alles getan werden, um die Schuldigen an der Bluttat vor Gericht zu bringen. "Wir werden alle Beweise sichten und jeder Spur folgen", sagte Sonia Picado vom UN-Hochkommissariat für Menschenrechte.

Bei den exhumierten Leichen handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um die Opfer eines Massakers in zwei Kirchen des ost-timorischen Grenzortes Suai am 6. September. Die Fundstelle liegt nur drei Kilometer von der Grenze entfernt an einem Strand auf west-timorischem Gebiet und 20 Kilometer westlich von Suai. Die Bewohner Ost-timors hatten im August für die Unabhängigkeit von Indonesien gestimmt, das die frühere portugiesische Kolonie nach dem Rückzug der Portugiesen 1975 besetzt und anschließend annektiert hatte. Das Gebiet wird jetzt vorübergehend von den Vereinten Nationen verwaltet. Die UN-Kommission untersucht neben einem von der indonesischen Regierung eingesetzten Ausschuss Berichte über Gewalttaten indonesischer Soldaten und proindonesischer Milizen in Ost-Timor.

Wie ein Mitglied der indonesischen Kommission der "Jakarta Post" berichtete, handelt es sich bei den Toten um Opfer des Massakers vom 6. September. Es war der schwerste Zwischenfall während der dreiwöchigen Schreckensherrschaft der Milizen, die zum internationalen Eingreifen führte. Unter den Toten sind drei katholische Geistliche. Pater Filomino vom Flüchtlingsdienst des Jesuitenordens sagte in Dili, er sei außer sich über das, was mit den drei Priestern und Hunderten Menschen geschehen sei, die in den Kirchen Zuflucht gesucht hatten.

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